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Bin ich selber "schuld", wenn ich krank werde und falls ja, worin genau besteht meine "Schuld"?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Lebensfragen" wurde erstellt von Clara Clayton, 8 April 2014.

  1. Rudyline

    Rudyline Well-Known Member

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    Hallo Reinfriede,
    sehr interessanter Beitrag! Danke.

    Ja, das Geistige wirkt sich viel mehr auf das Körperliche aus als die meisten Menschen wissen/glauben und die Schulmedizin bisher weiss.

    Letzte Woche lief ein hochinteressanter Betrag im SWR.

    http://www.swr.de/betrifft/heilung-...8466/did=6851498/nid=98466/1wvusvk/index.html

    Er zeigte Beispiele von Genesungen für die die Schulmedizin keine Erklärungen hat.
    Wenn also der "Geist"/Wille/das Bewusstsein Einfluss hat auf die Gesundung des Körpers, warum dann nicht auch umgekehrt?

    Rudyline
     
  2. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    ist voll das interessante thema hier. hab mich mit dem säbelzahntiger-beispiel gefragt, wie es umzusetzen ist auf das beispiel von ritter omlett mit seinem vermeintlich kranken vater ,der nie krank wurde. der müsste ja normalerweise ständig diesen cholesterin-ausstoß haben aus angst vor der krankheit und somit tatsächlich krank werden...

    zitat ritter omlett:
    Mein Vater war immer depressiv, er sagte immer ich kann nicht alt werden, er hat schwere Krankheiten und es dauert nicht mehr lange, da war er so 50. Aus lauter Angst ging er nie zu Untersuchungen. Mit 75 hatte er die erste umfassende, bei der alles in Ordnung war und der Blutbefund ausgezeichnet war. Er konnte sich suggerieren an negativem was er wollte, scheinbar war sein Körper nie anfällig.

    ich nehme an, der vater hatte einfach gar nicht die wirkliche angst vor der krankheit, könnte das so sein?, sondern diesen gedanken an eine ev. krankheit schon angst-frei verinnerlicht. er wollte es ev. gar nicht wirklich wissen und somit auch nicht wirklich was tunwollen gegen seine "kankheit", weil er sie akzeptiert hätte, würde sie hier sein wollen.

    vielleicht ist es demnach wirklich so, dass man die krankheit im sinne der polarität einfach anerkennen muss, den gedanken anerkennen muss , dass die krankheit einen ereilen KANN und somit bestandteil des lebens sein KANN- wenn es so sein WILL.
    `` somit stellt man krankheit nicht mehr in den schatten, und sie muss nicht mehr sein.
    ich hab da in einem buch mal etwas sehr gutes gelesen, vielleicht such ich das mal raus.
    warum gerade die gesundheitsapostel oft krank werden.

    ich glaube, dass die summe der verletzungen echt die widerstandskräfte reduziert, wie schon öfter gesagt wurde. da kann gleichbedeutend sein, ob man sich schuldgefühle macht, weil man denkt, diese nicht haben zu dürfen (im sinne von "der andere hats ja nicht so gemeint") oder echt, dass man sich getroffen fühlt von jemanden und die wutgefühle, die verletzheitsgefühle, das unbehagen, ... wirken lässt. beides ist sicher nicht gut. dieses "Verletzungen" nicht zulassen, weils ja der andere nicht so gemeint hat, und sie extrem wirken zu lassen. KRANK macht schwere lebenslage glaub ich allemal. wenn man sich etwas zu sehr nahe gehen lässt.

    ich mag aber diese umwälzungen nicht (mehr),
    früher war ich die totaler verfechterin der "botschaften-theorie". weil es zufällig ritter omlett anspricht, zitat ritter omlett ": So kann ich nicht jeden Reifenplatzer, abbröckelnde Wände, Maschinen die den Geist aufgeben und dadurch Unfälle passieren, als irgendeine Mitteilung auffassen.

    also ICH war frühr voll überzeugt von diesen botschaften. z.b.
    das leben läuft nicht rund, und daher hab ich drei reifenplatzer nacheinander (hatte ich wirklich, einmal hats uns sogar überschlagen dabei>)>. SO war z.b. für mich damals eine botschaft, eben " trenne dich, dein leben läuft nicht rund"... die reifen laufen nicht rund.

    und ich stieg aus aus diesem leben. wenn ichs schon so krass gesagt bekomme!!!

    .ich war damals 25 jahre und dachte, die symbolhaftigkeit hinter diesen vorfällen genau zu erkennen!! war stolz auf mich, mich vom partner getrennt zu haben, mit dem ich wahrlich eine ganz ganz unrunde geschichte hatte.

    tja, was war. beim nächsten mal fahrt auf derselben autobahn, nach meiner glorreichen trennung wegen des symbolgehaltes!"! - ja ich hielt viel auf die esoterik - hatte ich wieder genau auf der gleichen strecke einen reifenplatzer. ich hatte einen nervenzusammenbruch, denn ich hatte mich so bemüht und mich so sehr an die vorgaben gehalten!!!

    so dachte ich bisher auch immer, man müsse alles rauslassen, was man an sorgen, kummer etc. hat!!! sonst bekommt man krebs. tja, hab ich gemacht. immer alles ausgelebt - vollstens!!! nix reingefressen, alles bearbeitet. und was war. die diagnose bekam ich trotzdem. du kannst im leben glauben, was du willst - das leben setzt dir seine eigenen spielregeln auf. während der reise kommen die wegweiser, du kennst sie vorher nicht. .

    ich weiß nicht, was ich glauben soll, ob man vieles steuern kann oder nicht. ich hab keine ahnung. manchmal denk ich, ja krass, und dann denk ich wieder, geht überhaupt nicht.... was aber ist, das ist für mich die tatsache, dass das leben sonderbar anmutet und es schon etwas GIBT. zu viele sonderbare erlebnisse.

    lg abendsonne
     
    Zuletzt bearbeitet: 27 April 2014
  3. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    ich habs jetzt rausgesucht, mal aufgeschrieben, weiß aber nicht mehr, wie der autor heißt:

    "DER SCHATTEN"
    Wenn wir etwas ablehnen, egal, was das auch ist, bedeutet dies, dass wir gegen das Gesetz der Polarität verstoßen. Und den Teil, den wir ablehnen, bekommen wir dadurch vom Schicksal als Lernaufgabe serviert. Die Psychologie spricht in diesem Zusammenhang von einem Schatten: "alles was wir ablehnen und verdrängen, fällt in den Schatten´. Wir sollten die Poarität als Erkenntnis-Instrumentarieum nutzen. sie zeigt uns wo wir im Ungleichgewicht sind. z.b. muss man erkennen und ANERKENNEN, dass es neben dem Frieden auf Krieg gibt. Wenn man z.b Krieg als Pol der Gesmatpolarität bekämpft, wird man ev. konfrontiert. Als Entwicklungsshcritt. Wir müssen lernen, hinzuschauen, dann zeigt und dann das Prinzip der Polarität, was im Leben gerade zu korrigieren. ist. Durch dieses Polaritätsgesezt findet man auch die Erklärung für die besondere Tatsache, dass zb. fanatische Gesundheitsapostel oft mit Krankheit und der Moralapostel oft mit der eigenen Unmoral konfrontiert wird. Aus dem Polaritätsgesetz ergibt sich folgende Regel "anerkenne den IST--Zustand". Wann immer du den Ist-Zustand nicht akzeptierst, verlierst du Energie. Auflehnung führt dazu, dass man sich noch schwächer fühlt. Wenn man eine missliche Situation anerkennt, führt das dazu, dass sich Energiereserven bilden, die einem aus der unangenehmen Situation herausführen. Das gilt auch für die Krankheit. Gesundheit kann erst dann beginnen, wenn man in der Lage ist, seine Krankheit anzuerkennen.
    Zuerst den Ist-Zustand analysieren, .. wenn dieser Zustand anerkannt ist, kann es möglich sein, für den SOLL-Zustand zu sorgen."
     
  4. pisces

    pisces Well-Known Member

    ein spannendes thema, was mich persönlich auch gerade betrifft und alles durcheinanderwirft. in meinem fall ist es aktuell so, dass alle meine kompensationsstrategien durch die aktuelle situation über den haufen geworfen werden und - so vermute ich - mich jetzt den eigentlichen problemen zuwenden muss. ist nicht ganz leicht und auch bedrohlich, trotzdem gibt es ein paar interessante und auch gute aspekte daran.

    wohlgemerkt - obwohl ich persönlich aktuell sicherlich ein gutes beispiel dafür bin, wie eigene erkrankungen durch denken, handlungen und auch missachtung der eigenen wünsche und bedürfnisse entstehen, halte ich nichts davon, jedem einzelnen die verantwortung für jegliche noch so schwere erkrankung in die schuhe zu schieben.

    es gibt einfach schwere krankheiten oder erkrankungen, die sind genetisch beidingt und entziehen sich dem bewussten einflussbereich.

    und gerade besagten herrn dahlke oder auch den vormaligen marketing-kommunikationsexperten robert betz empfinde ich als grundsätzlich als absolut non-empathische und profitgierige männer, die themenbereiche oberflächlich anreissen, nie aber wirkliche aktive hilfestellung leisten können. auch nicht in ihren sehr teuren Seminaren.

    genau wie die Amerikaner byron katie oder auch chuck spezzano. sicherlich ist an deren lehren und in deren Schriften überall etwas wahres, was man für sich mitnehmen kann, aber gerade mit letzterem habe ich mich etwas näher beschäftigt und war auch mal in ein paar seminaren und gruppen und ehrlich gesagt hatte die methodik bzw. der ausschliessliche wahrheitsanspruch, postuliert von den mitarbeitern über 'chuck sagt' schon ein bisschen etwas von gehirnwäsche.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Mai 2014
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  5. pisces

    pisces Well-Known Member

    woran ich allerdings wirklich glaube, sind systemische verstrickungen, insbesondere auf der psychischen ebene.

    durch eigene aufstellungen habe ich wirklich verblüffende erfahrungen gemacht und erkenntnisse gewonnen, die durch ihr wirken etwas in meinem leben verbessert haben.

    allerdings würde ich NIEMALS an einer hellingerschen veranstaltung teilnehmen, denn dieser mann mag zwar eine der umfassendsten büchersammlung zur methodik des familienstellnes verfasst haben. aber auch er ist qua seiner persönlichkeit definitiv nicht achtsam bzw. verantwortungsbewusst genug gewesen, menschen durch veränderungsprozesse zu begleiten. es reicht einfach nicht, menschen mit ungeheuerlichkeiten, die sich z.t. der rationalität entziehen zu konfrontieren und sie dann mit 'mach' was draus' in die wüste zu schicken.
     
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  6. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    In einem anderen Thread hatte ich berichtet wie zwei Männer einer sterbenskranken Bekannten einzureden versuchten, sie sei Schuld an ihrer Krebserkrankung, weil sie mehrere Fehlgeburten erlitten und nicht genug um ihre toten Babys getrauert hätte. Ich war damals zunächst sprachlos, als ich dieses mitbekam. Danach wurde ich wütend, sehr wütend. Wie konnten sich diese Männer nur erdreisten diese, durch absolut nichts zu belegende Aussage einer schwerstkranken Frau zu erzählen?! Sie solle dieses anerkennen, dann ließe die Seele den Körper gesunden.

    Einer dieser Männer, ist ein großer Anhänger der hellingerschen Familienaufstellungstheorie. Er ist jedes Wochenende, zusammen mit seiner Frau bei einem solchen "Familienstellen" und entscheidet nichts in seinem Leben, ohne nicht zuvor seine Vorfahren um Rat gefragt zu haben. Er ist inzwischen total abhängig von dieser Sache. Sogar auf der Arbeit hat er die Tage damit zugebracht, Kollegen zu bekehren. Da er ein freier Mitarbeiter war, hat man seinen Vertrag nicht mehr verlängert und sich von ihm getrennt. Es gab da wohl erhebliche Probleme.

    Wohlgemerkt, die sog. Familienaufstellung halte ich für ein probates Mittel der Psychologie, familiäre Verstrickungen und daraus resultierende Probleme aufzuzeigen. Ich habe einmal mit einem befreundeten Psychologen darüber gesprochen. Der Unterschied zwischen einer solchen Art der Psychotherapie und dem Familienstellen des Herrn Hellinger ist das, was du schon so treffend schreibst, liebe Pisces. Bei einer Psychotherapie werden die Patienten nachhaltig betreut. Beim Familienstellen nach Herrn Hellinger ist das nicht der Fall. Ich halte diese Methode für sehr fragwürdig und gefährlich.

    Und außerdem für sehr kostspielig.

    Der hier mehrfach genannte Herr Dahlke spricht ja auch ganz klar von der Schuld der Menschen an ihren Krankheiten. Für mich ist das einfach nur abwegig.
     
  7. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Familienaufstellung hab ich vor gaaaaaaaaaaaaaaaaanz langen Jahren mal gemacht und da sind einige Dinge zutage getreten, welche mich doch sehr hellhörig gemacht haben.
    War eine gute Erfahrung, bin mit einigen Dingen dann anders umgegangen und hat für mich gepaßt. Habe auch einiges sehr gut verstanden und umgesetzt.

    Aber muss ich nicht nochmal haben.

    Und ich bin wie Clara der Meinung dass ich keine Schuld trage an den Krankheiten die ich habe!!!
     
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  8. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Ja das ist wohl so. Die Nachbetreuung fehlt. Bei mir ist z.B. die Psychologin mit gewesen und ich hatte durch sie eine gute Nachsorge. Auf dem Seminar waren auch einige, die das schon als eine Art Hobby betreiben. Es waren schon fast Schauspieler, die in einer Rolle aufgehen. Da stellt sich dann sowieso heraus, dass das nicht funktioniert.
    Ich habe mal ein Video von Hellinger gesehen, das fand ich auch sehr fragwürdig. Trotzdem fand ich das Familienstellen sehr hilfreich. Es werden Dinge ans Licht geholt, die sonst verborgen bleiben. Man/frau hat Probleme und weiß nicht wieso. Ich finde das klärt es etwas.

    Nochmal zur Schuld. Ich störe mich doch anscheinend zu sehr an dem Wort. ;-)
    Hm, wenn jemand viel arbeitet und sich überlastet auch körperlich....dann ist es doch "normal" dass er irgendwelche Symptome zeigt. Wie z.B. eine Sehnenscheidenentzüdung (für Überlastung), ein Hand- oder Beinbruch (um zur Ruhe zu kommen; Handlungsunfähig sein). Die Ursache ist dann die übermäßige Arbeit, die Belastung. Natürlich ist man dann selber schuld....weil, wenn man weniger gearbeitet hätte, sich rechtzeitig Ruhepausen nimmt, dann wäre das Problem --> die Krankheit nicht aufgetreten.

    Ich steh ja nicht auf die Bibel, doch dort steht irgendwo geschrieben, dass es bis in einige Generationen zurückreicht.

    und dann fand ich noch dies, leider ist mir die Seite weggefluscht und ich weiß nicht mehr von wem sie kam. ...und ich kann nicht mehr zitieren:
    Schuld der Väter noch an der dritten und vierten Generation zu strafen (2Mo 20,5; 34,6-7; 4Mo 14,18; 5Mo 5,9) und in Gal 6,7, wo es heißt: "Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten".
    "Das Gesetz von Saat und Ernte ist ein göttliches Gesetz. Es ist nicht gleichgültig, was unsere Großeltern und Eltern getan haben, was sie gesät haben. Wir und die Enkel und Urenkel müssen das ernten. Wenn in unseren Familien z.B. Befürwortung des Nationalsozialismus, Judenhass, Kommunismus, Streit, Ehebruch, Abtreibung o.ä. war, liegt auf uns und unseren Kindern ein negatives Erbe" Die Liste der Sünden mit negativem Erbe wird dann noch um okkulte Praktiken, Jähzorn, Bitterkeit usw. verlängert. (Ein kleiner Auszug, der es m.E. trifft.)

    So ähnlich sehe ich das. Wenn es nicht ersichtlich ist, warum es einem so (schlecht) geht, wie es einem geht, dann denke ich es kommt tatsächlich von den Vorfahren.
    ...sagen wir mal in der Familie geht es um Drogen. Oft hat schon ein Familienmitglied vor diesem ein Problem damit gehabt. Z. B. kommt ans Tageslicht, dass die/der Oma/Opa oder Mutter/Vater medikamentenabhängig war/ist. Das ist aber unter den Tisch gekehrt. Also wiederholt es sich so lange, bis es sich angeschaut wird. Und jemand sagt, ja das ist so. So kann es sich auflösen. Das heißt aber natürlich nicht, dass du zu einer FA gehst und danach bist du nicht mehr drogenabbhängig. Das wäre zu schön um wahr zu sein.

    .....mal so meine Gedanken hierzu....:rolleyes:(n)
     
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  9. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Sicher gibt es Familien, in denen es über Generationen hinweg Probleme mit Alkoholabhängigkeit gibt. Der Mann einer Freundin ist in einer Familie groß geworden, in der alle mehr oder weniger gesoffen haben. Das war dort üblich. Ob Probleme oder nicht, der Alkohol gehörte auf den Tisch. Und es gab immer einen Anlass.

    Ich stamme aus einer Gegend, In der Korn und Bier zum Feierabend gehört. Außerdem wird ständig gefeiert. Und auch wenn nicht gefeiert wird..., dann wird eben aus Frust getrunken! Das ist einfach üblich - und (wie ich leider sagen muss) immer noch generationsübergreifend.

    Niemand kam auf die Idee, dass der Mann meiner Freundin vielleicht ein viel größeres Problem haben könnte, als "nur" seine Alkoholabhängigkeit. Es gab eine Krankheit hinter der Krankheit sozusagen. Nicht einmal seine Frau wusste davon. Eines Tages brachte der Mann meiner Freundin sich um. Wie sich herausstellte, war er schwer depressiv gewesen und der Alkohol seine einzige Möglichkeit mit sich und seinen Ängsten umzugehen. Dann löste sich seine Zunge und er konnte sprechen. Niemand sah das. Keiner verstand.

    Er war ein verschlossener, in sich gekehrter Mann, wenn er nüchtern war. Er hatte massive Probleme auf der Arbeit und kam überhaupt nicht klar. Das hat nie jemand gesehen hinter der sauberen Fassade der Bürgerlichkeit. Auf der Beerdigung wurde erst mal ordentlich einer gekippt - auch von der Familie(incl. Kinder). Prost!

    Hinter der Fassade der heilen Familienwelten wird ohne Ende gesoffen und alles Mögliche vertuscht. Das war auch bei meiner Familie so. Man ist halt gut katholisch und das "Außen" muss so hübsch aussehen, wie der Garten mit dem weißen Friesenzaun davor.

    Da ist der Alkohol oft der willkommene Nebel der Verdrängung, mit dem du dich umgeben kannst. Ich kenne viele Familien in meiner Heimatstadt, in denen es Alkoholprobleme, Depressionen und Selbstmorde gibt - einschließlich meiner eigenen.

    Das ist doch ganz logisch und ich verstehe den direkten Zusammenhang. Wenn du das erkannt hast für dich, kannst du den Teufelskreis durchbrechen und dein Leben ändern. Ich habe das jedenfalls so gehandhabt für mich.

    Als meine Tochter vor kurzem die Sehnenscheidenentzündung hatte, musste sie ihr Handgelenk schonen. Im übertragenen Sinne war sie jedoch nicht handlungsunfähig. Sie hat ganz normal gearbeitet, konnte lediglich nicht am Computer schreiben. Sie ist auch weder überarbeitet, noch muss sie etwas ändern in ihrem Leben. Sie liebt ihre Arbeit und ihr Leben und ist mit sich und der Welt im Reinen.

    Mit dem Wort "Schuld" tust du dich schwer, liebe Hortensie, doch das Wort "Sünde" (im Zusammenhang mit dem, von dir gebrachten, Zitat) nicht? Ich finde das genauso heftig.

    Wenn jemandes Großvater ein Nazi war, was sind dann seine Nachfahren? Werden die alle Ehebrecher oder bekommen die eine schlimme Krankheit, durch die "Sünde"("Schuld") des Großvaters? Können sie sagen: " o. k. mein Großvater war ein Verbrecher, ich erkenne das und gehe verantwortungsvoll mit diesem Erbe um, werde also kein Nazi." Bekommt er dann auch keine Krankheiten, die aus der "Sünde" seines Großvaters resultieren?

    Wenn ich alles in meinem Leben resümiere, alles , was mir je passiert. Woher weiß ich dann ganz genau, dass mein Resümee, das ich ziehe, auch das Richtige ist? Vielleicht will der Beinbruch mir ja was ganz anderes sagen, als ich gerade glaube.

    Wenn du allerdings meinst, liebe Hortensie, dass ich nach einem Burn Out meine Einstellung zur Arbeit ändern sollte, dann gebe ich dir vollkommen recht. Das ist verantwortungsvoll und für mich nur logisch. Mehr mag ich da nicht hineininterpretieren, besonders nicht, wenn ich einem anderen meine "Diagnose" kundtun möchte. Jeder muss wissen, wie er mit sich und seiner Gesundheit umgeht. Meine Vermutungen, und mögen sie für mich noch so logisch sein, tun jemanden anderem vielleicht sehr weh und helfen ihm in keinster Weise. Schlimmstenfalls fühlt er sich nicht nur krank, sondern auch noch schuldig, wenn/weil er seine Krankheit selber verursacht hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Mai 2014
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  10. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Liebes Blümchen,

    ich würd eher sagen, du bist eine derer, die sich eben NICHT am Wort "Schuld" stört, sondern es neutral sieht - und von daher störts manch andere(n), für die es eben nur negativ belastet ist ;-)

    Eine kleine Geschichte - ganz was anderes - ich hab ne jahrzehntelange Bekannte und ehemalige Arbeitskollegin, die mir dauernd erklärt, meinen Schwachsinn, dass Planeten einen Einfluss auf uns haben könnten - den glaubt sie überhaupt nicht.

    War für mich ok - bis sie mir erklärte, dass sie am nächsten Tag wieder mal alle Blumen versorgen müsse, weil es - lt. Mondkalender - der optimale Tag dafür sei - seither kann und will ich sie nicht mehr ernst nehmen in ihren Aussagen - sie widerspricht sich selbst - und merkts nicht mal.

    Und sie lehnt "meins" einzig und allein aus dem Grund ab, weil sie das Mascherl "Esoterik" dran geheftet hat - unabhängig davon, obs passt oder nicht - und unabhängig davon, ob sie nicht selbst noch mehr HardCoreEsoFuzziline ist wie ich :)

    Oder noch ein Beispiel - mein ErstEx hatte Schwammerlsauce mit Knödel verweigert - kategorisch - weil Schwammerl seien Gemüse - und Gemüse isst er nicht - war so - ist so - und wird so bleiben - bis in alle Ewigkeit ;-)

    Und auch, wenn tausend Menschen ihm erklären wollten, dass Pilze kein Gemüse seien - für ihn war und ist es so - das haben nicht mal seine 2.Ex und 3. Frau geschafft, ihm das plausibel rüber zu bringen - wobei - er hat nie auch nur ein Löffelchen von der Schwammerlsauce gekostet - in all den fast 60 Jahren seines Lebens.

    Liebe Clara,

    ganz einfach - try & error - wenn mans jahr(zehnt)elang praktiziert, bekommt man ne gewisse Routine drin - wie auch bei allem anderen im Leben - oder auch - wie ich in meinem EsoKram immer sage - aufs Bauchgefühl hören - immer und überall - denn Bauchgefühl = unser Körper - und unser Körper weiß am Besten, was für uns gut ist ;-)

    Und wenn das alles Schwachsinn ist, will dir ja der Beinbruch gar nix sagen - dann wars ja nur ein purer ZuFall, dass genau dann genau das passiert ist, was dich (oder wem auch immer) seither an irgendwas hindert, was du (oder wer auch immer) vielleicht weiter gemacht hättest, wenns nicht passiert wäre ;-)
     
    Hortensie gefällt das.
  11. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Liebe ChrisTina,

    klar kann ich nach einem Beinbruch z. B. nicht das machen, was ich vielleicht gerne machen würde, das denke ich mir jedenfalls so.

    Wenn ich also vorher jahrelang Extrem - Sport betrieben habe, ist es vielleicht sinnvoll damit aufzuhören, oder zumindest zu pausieren.

    Ist jetzt ein krasses Beispiel:), ich weiß.

    Das würde ich jedenfalls einen Freund raten, wenn er meinen Rat suchen würde. Mehr kann ich da nicht hineininterpretieren. Wenn er der Ansicht ist, sein Körper bzw. seine Psyche wollte ihn daran hindern seinen eingeschlagenen, beruflichen Weg(wieder nur ein Beispiel) weiterzugehen, dann ist das seine Sache. Ich würde niemals so eine Vermutung äußern, selbst wenn ich dieser Ansicht wäre. Ich darf ihm meine Meinung nicht überstülpen. Das ist nicht meine Sache.

    Mein Körper sagt mir stets was am besten für mich ist. Meistens höre ich darauf, manchmal versuche ich es zu ignorieren, wie z. B. neulich, als ich trotz Erkältung gejoggt bin. die Quittung bekam ich umgehend...:( Sowas Dummes...

    Also, beim Wort "Schuld", glaube ich, dass Hortensie sich daran sogar sehr stört, gerade weil es auch für sie negativ besetzt ist. So jedenfalls habe ich ihren Post verstanden. Aber ich mag mich irren.

    Ich bin keine Esoterikern, wie jeder weiß. Meine Meinung versuche ich mir stets nach reiflicher Überlegung zu bilden, wie ihr anderen hier sicher auch. Jeder mag sein Leben so leben, wie ER/SIE es für richtig hält.

    Liebe ChrisTina, was du glaubst, ist deine Überzeugung. Das würde ich nicht als Schwachsinn bezeichnen. Ich sehe halt diese Dinge anders. Ich glaube nicht daran. Ich bin eher ein ungläubiger Mensch.

    Weißt du, eine Bekannte von mir ist Mitglied in einem Hexenzirkel. Wir kennen uns seit Jahren und treffen uns öfters mal auf ein Glas Wein, einfach nur zum Klönen. Ich erzähle ihr von meinen Erlebnissen, sie hört mir zu - und umgekehrt. Sie bringt mir ihre selbst gesammelten Kräuter gegen meine Migräne mit. Ich kaufe ihr farbige Energiesparlampen, damit sie ihre Wohnung nicht mit ihren vielen Kerzen abfackelt, wenn sie mal wieder vor dem Fernseher einschläft. Wir verstehen uns einfach. Sie hat mir schon viele, gute Ratschläge bezüglich meiner Erkrankung gegeben. Das mag ich so an ihr. Sie ist ein ganz besonderer Mensch. Sie hat sicher ganz eigene Ansichten bezüglich meiner Krankheit. Doch es sind die ihren, nicht meine. Deshalb behält sie sie für sich. Würde ich sie danach fragen, hätte sie wahrscheinlich eine ähnliche Meinung wie z. B. Hortensie.
     
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  12. Bubble

    Bubble Well-Known Member

    Hallo!

    Meiner Meinung nach gibt es eine "Erbschuld" bzw. eher ein Erbe unserer Vorfahren.
    Dafür bedarf es aber keinerlei Esoterik - wie definiert man das überhaupt?!

    Die Fehler, die ich jetzt mache müssen meine/unsere Nachfahren teilweise ausbügeln:

    - Landraub
    - Ölkatastrophen
    - Regenwald-Abholzung
    - Tschernobil
    - Weltkriege

    Ok, eigene Kinder habe ich nicht, aber das, was ich (oder wir) mache, ist nicht immer auf eine Person oder gar nur ein Leben begrenzt. Die Nachfahren sind in dem Sinne zwar nicht die Verursacher, aber sie müssen ganz bestimmt mit den Konsequenzen klar kommen.

    Auf Wikipedia stehen unterschiedliche Definitionen für Schuld. Müsste man für sich klären, was mit Schuld gemeint ist. Um eine alten Zustand zu erreichen, muss vielleicht die "Schuld" beglichen werden, was nicht unbedingt vom Verursacher ausgehen muss - zumindest meiner Meinung nach.

    Gruß
    Sebastian
     
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  13. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Interessant. Da müsste ich jetzt mal intensiv drüber nachdenken ihr Lieben
    :)(y)
    Ich glaube ChrisTina trifft es ....



    ;)
     
  14. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Liebe Hortensie,

    dann darf ich also weiterhin, das für mich Wort 'Schuld' verwenden (in etwa gleichzusetzen mit Verantwortung, und nicht etwa mit dem Wort 'Sünde')?

    Für mich, die ich weder mit der Bibel noch der Esoterik zu tun habe, ein vollkommen neutrales Wort. Ich war eher verwundert, weil dich das dermaßen antriggerte.
     
  15. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    :) hm, so dermaßen wie es rüberkam hat es mich gar nicht getriggert :rolleyes::whistle:
    Ja Verantwortung trifft es ganz gut.
    ...ich habe auch weder mit Bibel noch mit Esoterik zu tun...
     
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