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Bordellbesuch

Dieses Thema im Forum "Sexualität" wurde erstellt von abendsonne, 8 April 2011.

  1. sovio

    sovio Well-Known Member

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    Hallo Pisces!

    Ei das ist doch ganz einfach: Haschischraucher sind selbstverständlich Verbrecher und gemeingefährlich und die Allgemeinheit muss vor ihnen geschützt werden. Jedenfalls ist das die Überzeugung von Harry Anslinger, die er weltweit als Politik durchgesetzt hat. :/

    Das weiss ich nicht. Die meisten Menschen scheinen doch eher den Wunsch zu haben, den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden und dem, was Eltern, Geschwister, Onkel&Tanten usw. für Erwartungen an sie richten - sprich: ein vorzeigbares Leben zu führen. Oder kennst Du viele die das anders halten?

    Das verstehe ich jetzt nicht. Was ich beschrieben hab, hat gar nichts mit einer Arbeitswelt zu tun, sondern ist viel vorrangiger. Wohnung, Arbeit und solche Dinge des Alltags lassen sich alleweil passend arrangieren.
    Klar ist es auch wichtig, dass man eine Arbeit findet die Laune macht und einen erfüllt - dann ist es aber auch wieder so dass diese ganze Trennung von Arbeit und "Privat"leben auch eine recht neue Erfindung ist und kaum mehr als 200 Jahre alt... ich könnt mir da vieles auch ganz anders vorstellen.

    Oh, wirklich? Tja, vielleicht ist dann das "für den anderen mitdenken" auch eine Kunst, die man erstmal beherrschen muss...
    Dabei hat das eigentlich nichts mit Bevormundung zu tun, sondern nur mit dem Ändern der Identifikation: Normalerweise sind wir mit uns selber identifiziert - wir können uns aber auch mit jemand anderem identifizieren - das passiert jedesmal wenn wir zB einen Film gucken oder ein Buch lesen und uns mit einem der Akteure identifizieren. Und in derselben Weise kann man sich auch mit einer Gruppe identifizieren.
    Wenn also zwei oder mehr Leute beschliessen, dass man gemeinsam dies oder jenes machen will, dann werde ich mich mit der Gruppe und dem Vorhaben identifizieren und wie man gemeinsam am besten da hin kommt (vorausgesetzt natürlich, dass ich mir das leisten kann, d.h. dass ich nicht grad selber ums überleben kämpfen muss o.dgl) - aus dem einfachen Grund, weil das so mehr Spass macht. Gut funktionieren tut es aber nur, wenn die anderen das auch so spielen - und dann hat man den Effekt dass jeder für den anderen mitdenkt - wobei das eigentlich gar nicht stimmt, weil keiner direkt dem anderen dreinredet sondern alle sich auf das vereinbarte gemeinsame Interesse konzentrieren. Ist halt ne Vertrauensgeschichte. Und wenns funktioniert, dann gibts keine Konkurrenz- und Rivalitätsspielchen mehr, kein was-kann-die-Gruppe-für-mich-tun?, und im Ergebnis einen angenehmen Überschuss an Synergie.
    Ich hab das mal mit einem Chef spielen können, und das lief prima - ich hab auch andere Chefs erlebt, die klassisch auf Autorität und Kontrolle wert legen und da ist man dann nicht halb so produktiv, und es nervt.

    Das kann schon sein - ich hab nur mitgekriegt, dass viele Menschen offenbar ein Problem mit dem Vertrauen haben, keine Ahnung warum.
    Ich sehe auch nicht wozu Grenzen gut sein sollen - die Wahrnehmung kümmert sich ja nicht drum. Will meinen, wenn du quer über deinen Rasen eine Grenze ziehst, dann bewirkt das ja nicht, dass man das andere Stück Rasen dadurch nicht mehr sehen kann. Man könnte dann lediglich so tun als würde man das andere Stück nicht mehr sehen. Aber wie soll man das auseinanderhalten - Rasen ist schliesslich Rasen? Ich denke, Grenzen machen alles wahnsinnig kompliziert, Vertrauen ist viel einfacher.

    Ja, da hast Du bestimmt recht. Nur ist das wohl auch etwas was man a) lernen kann, und b) am besten in der Praxis lernt. Und dann - nach meiner Erfahrung, ist es auch kein "Globalkübel" - will meinen, ein Mensch hat viele Facetten, und in manchen davon mag man ein solides Selbstvertrauen haben, in anderen mag man unsicher sein, am eigenen Weg zweifeln und entsprechend auch nicht recht zufrieden mit sich sein. Jedenfalls gehts mir so, mit teilweise recht extremen Kontrasten.

    lieben Gruss
     
  2. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Was verstehst du unter einem vorzeigbaren Leben? Was sind deiner Meinung nach die gesellschaftlichen Ansprüche? In Arbeit sein? Das könnte ich verstehen, denn das müsste gegeben sein um unser Sozialsystem aufrecht zu halten.
     
  3. sovio

    sovio Well-Known Member

    Na, im Detail weiss ich das nicht, weil ich nie in der Situation war, dabei mitzumachen.
    Aber im Prinzip ist das doch ganz klar: eine Ausbildung/ein Studium abschliessen, einen guten Job haben, heiraten, Kinder kriegen, ein Haus bauen, Karriere machen, das richtige Auto haben, in den richtigen Vereinen aktiv sein, etc. - ja und zum schluss dann wahrscheinlich noch im richtigen Pflegeheim verrecken. :/

    Und da geht es nicht (nur) darum ein Sozialsystem aufrechtzuerhalten, sondern unsere gesamte Wirtschaft und unsere ganze Gesellschaft ist darauf angewiesen - denn dabei muss man ganz viel konsumieren, und das ist wichtig damit die Wirtschaft funktioniert.
     
  4. sovio

    sovio Well-Known Member

    Nachtrag: ich hab genaugenommen nicht den Eindruck dass ich Grenzen übertrete - sondern ich nehme eben ganz konkret Abgrenzung und Ablehnung wahr. Ich hab viel eher den Eindruck, dass da eine wahnsinnig hohe Erwartungshaltung besteht - dass die Menschen vor allem erwarten, mit charmanter Unterhaltung und flachen Witzchen bespaßt zu werden, um so über ihre eigenartigen Vertrauensprobleme hinwegzukommen.
     
  5. Bubble

    Bubble Well-Known Member

    Oder um nicht mit den Problemen konfrontiert zu werden.
     
  6. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

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    Sinnlose Spekulationen um die Identität von Usern entfernt.
    Nein, wir spielen nicht Detektiv nur weil es jemand verlangt. Und nein, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass die angesprochene Userin das notwendig hat, ich habe sie anders erlebt.

    Zurück zum Thema.
     
    Spätzin, ChrisTina, Bubble und 2 anderen gefällt das.
  7. pisces

    pisces Well-Known Member

    hi sovio,
    meinst du: 'the devil weed'?

    das mit diesem speziellen genussmittel ist so eine sache. ich kann nur wieder aus meiner persönlichen erfahrung berichten, denn als langjährige partnerin eines heavy users von cannabis habe ich die massiven auswirkungen des konsums auf seine persönlichkeit live mitbekommen. das sind keine bagatellen mehr, sondern da handelt es sich um eine massive suchtproblematik. und das unabhängig davon, dass es ggf. viel schlimmere drogen gibt und dass man dann alkohol und kaffee mit einreihen müsste, etc..

    ursache und wirkung - schliesse ich eine ausbildung oder ein studium ab und das möglichst gut, ist meine chance einen beruf zu finden, in dem ich meine persönlichen talente zu einem großen teil einbringen und mich selbst verwirklichen kann, deutlich höher. zudem ermöglicht mir so ein beruf ggf. ein gutes einkommen, dass mich finanziell unabhängig macht.

    wenn jemand sein heil darin sieht, zu heiraten und eine familie zu gründen, warum nicht? ich persönlich habe erst mit der zeit festgestellt, dass ich z.b. eigentlich ein familienmensch bin, weil das irgendwie den größten halt bietet, sofern die beziehungen im reinen sind.
     
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  8. sovio

    sovio Well-Known Member

    Oder "Reefer Madness" und die Brauereilobby.
    Deswegen sage ich eben, das ganze ist vor allem ein Politikum - und es zeigt, wie sich der Staatsapparat für allerlei Interessen instrumentalisieren läßt.

    Das will ich nichtmal bestreiten, es deckt sich aber auch nicht mit meinen Beobachtungen. Und die "massive Suchtproblematik" kann man dann auch bei Internet, Gameboy und Fernseher beobachten - und im Prinzip auch bei Industriezucker/CocaCola, täglich Fleisch zum essen, und ähnliches mehr. Das nur mal am rande.

    Viel grundsätzlicher - und das muss ich jetzt dazusagen, ohne damit den Genuss von Drogen irgendwie befürworden zu wollen - finde ich, dass jegliche bewusstseinsverändernde Drogen ursprünglich für eine rituelle, ggfs. sogar spirituelle, Gemeinschaftserfahrung gedacht waren (Kommunion im eigentlichen Wortsinn). Wenn das nicht mehr der fall ist, dann kommt oft eine Suchtproblematik ins Spiel.

    Weiterhin beschreibst Du da eine Konstellation, die mir immer wieder als sehr typisch aufgefallen ist. Allerdings erst ab einer bestimmten Zeit. Denn, in der Hippiekultur, da haben die Mädels noch ganz fröhlich mitgekifft (ich sag nur Grace Slick, Stevie Nicks usw.) Erst danach, so ab etwa 1980, wurde das eine reine Männerszene, und die Mädels haben sich lieber mit Näschenrümpfen, Clean-sein und Problembewusstsein-pflegen beschäftigt.
    Das ging freilich einher mit dem gesamten Verständnis der Beziehungen von Männern und Frauen, das sich ganz ähnlich verändert hat: man wollte zu der Zeit kein Miteinander, kein Zusammenkommen, kein Gemeinschaftserleben und schon gar keine Lust und Ekstase mehr, sondern man wollte stattdessen sich abgrenzen und Probleme haben - anstatt als den naheliegendsten Rahmen für Kommunion wollte man die Paarbeziehung nun als Raum der Konfliktaustragung und zum Pflegen von Problembewusstsein ansehen.
    Wozu das gut sein soll hab ich nie verstanden, weil - Spass macht das doch keinen, und dann kann mans doch gleich lassen...

    Dem widerspreche ich. Ein Studium (sprich: der "gute Abschluss") liefert nur eine institutionelle Bescheinigung erfolgreich vollzogener Abrichtung und erworbener Mittelmäßigkeit. Wenn Du Talent hast, ist das das genaue Gegenteil davon: etwas Einmaliges. Wenn Du Talent hast und an Dich glaubst, dann brauchst Du normalerweise nichts sonst. Studium und Ausbildung ist für diejenigen, die kein Talent haben oder sich nicht die Mühe machen herauszufinden wer sie wirklich sind, sondern die lieber nur irgendetwas vorgegebenenes re-produzieren (aka nachmachen) um Geld zu verdienen.
    Man muss hier zwei Sachen auseinanderhalten: einerseits den Wunsch etwas zu lernen - jeder Mensch, der ein Talent hat, wird interessiert sein daran etwas zu lernen, sich Fähigkeiten anzueignen und sein Talent auszuentwickeln und zu verfeinern. Andererseits aber den "guten Abschluss", für den man "etwas lernen muss" - hier passiert das Lernen unfreiwillig, unter Zwang - es dient nicht der Erweiterung eigener Fähigkeiten, sondern nur dafür, um einen "guten Abschluss" zu schreiben und um dann viel Geld zu bekommen: ein blosses Mittel zum Zweck. Und du kannst Dir bestimmt vorstellen, wie sich dann die Qualität der Arbeit in den beiden Fällen unterscheidet.
     

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