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Hat der Tod denn was verändert...???

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von abendsonne, 5 Juli 2005.

  1. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    Werbung:
    lieber ritter omlett,
    danke.

    ich hab kürzlich zu meiner kollegin gesagt:
    weißt du, jeder hat angst davor, wie es sein wird, wenn die eltern mal sterben.

    wir haben einen teil schon hinter uns gebracht!!

    das tröstet mich auch irgendwie...

    abendsonne
     
  2. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    @Ritter Omlett:

    Mein aufrichtiges Beileid zum Tod Deines Vaters. Ich wünsche Dir die Kraft, seinen Fortgang gut verarbeiten zu können. Du klingst sehr gefasst, es muss schlimm sein, beide Elternteile verloren zu haben.:(

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  3. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Abendsonne, lieber Ritter Omlett, liebe Clara!

    Als mein Exmann seine Eltern nacheinander verloren hatte, meinte er damals, es wäre so ein Unterschied, man sei nun kein Kind mehr.

    Solange man Eltern HAT, kann man sich (wenn auch nur hie und da) noch als Kind fühlen, sind sie gestorben, so steht man irgendwie an der Spitze der Familie und hat keine schützende Hand mehr über seinem Kopf.

    Ich kann es nur erahnen, wie es sich anfühlt, meine Eltern leben noch und ich bin sehr, sehr dankbar dafür. Ich stelle mir das nämlich gar nicht schön vor - aber es wird auch irgendwann einmal soweit kommen.

    Nachdenkliche Grüße
    Reinfriede
     
    abendsonne gefällt das.
  4. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Guten Morgen ihr Lieben,

    die Eltern zu verlieren ist ein starker Einschnitt, waren sie doch die ersten Bezugspersonen, die wir hatten im Leben. Die Menschen, an die wir uns gehalten, von denen wir Wichtiges fürs Leben gelernt haben.

    Lieber Ritter, meine herzlichstes Beileid auch von mir. Daß du dich jetzt müde fühlst, nach der schweren und intensiven Zeit, kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Mein Vater starb, ganz plötzlich, als ich 14 Jahre alt war. Mein Vater war Anfang vierzig und erlitt einen schweren Herzanfall. Das war am 6. Dezember, Nikolaustag. Es war in der Nacht vom Samstag auf Sonntag, als meine Mutter nach mir rief, nach mir schrie.

    Sie war nicht in der Lage den Notarzt zu rufen. Sie rannte wie von Sinnen in der Nachbarschaft herum. Barfuß und im Nachthemd. Es war das Allerschlimmste, das ich je erlebt habe.

    Meine Geschwister waren an meiner Seite. Sie waren noch so klein und weinten. Ich stand neben meinem Vater, als er starb. Er war bewußtlos geworden, röchelte schwer. Es war einfach furchtbar. Als der Notarzt kam, war alles vorbei.

    Meine Mutter stand unter Schock. Sie kam nach der Beerdigung ins Krankenhaus, danach zur Kur. Wir Kinder wurden zwar von einer Tante betreut, doch waren wir mehr oder weniger uns selber überlassen.

    Meine Mutter war schon ja schon immer eher der Meinung wir würden nerven. Aber ab dem Tode meines Vaters war das erst recht so. Sie gab uns die Schuld an seinem Tod.

    Jetzt jährt sich diese Geschichte bald wieder. Da kommt natürlich so manch Verdrängtes wieder hoch. Trauerbegleitungen - und hilfen waren 1976 noch ein Fremdwort. Dabei wäre die für uns so wichtig gewesen...
     
  5. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Well-Known Member

    Hallo Clara! Hallöchen natürlich anl alle!

    Ich glaube alle Geschichten des Lebens sind in der Seele festgeschrieben. Das betrifft alle Ereignisse, traurige wie auch schöne. Ich perönlich glaube, ein Verlust bleibt ein lebenlang ein Verlust, nur eines Tages kann man damit umgehen, manchen Tages kommt so etwas wieder hoch.
    In den letzten Wochen konnte ich es so erspüren, es gab keine Schuld. Wir können nur einander verzeihen oder wir können es nie. Ich denke, wir konnten alles einander verzeihen und ruhige Wochen der Sterbephase, ich sage fast mal, genießen. Für mich war es ein Gefühl, es gibt keine Schuld, wir können immer nur das sein, dass wir sind, ein lebenlang.
    Und eines Tages schlägt die Stunde, wir halten Händchen und können es sagen, es war alles ok, ich danke dir, dass du da warst, wir konnten einander lernen.

    Manchen Tag fühle ich mich fest verbunden mit meinen Freunden, die auch zwischendurch gestorben sind, sprich mit allem, als wäre ein unsichtbares Band vorhanden. Ob es Bände gibt die ewig niemals reissen können, ob Wunschdenken, wir alle zusammen haben Gewissheit, dass wir es nach der letzten Stunde erfahren ;)
     
    Spätzin und ELLA gefällt das.
  6. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    Ihr Lieben ich hab diesen Thread schon verloren geglaubt und ihn wieder gefunden . Es sind so wichtige Stellen nieder geschrieben .
    Es ist einiges passiert in der Zwischenzeit . LG an euch
    Abendsonne
     
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