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Privatdetektive

Dieses Thema im Forum "Gewalt" wurde erstellt von Kanari, 7 September 2020.

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Fällt der Einsatz von Privatdetektiven in zwischenmenschlichen Beziehungen unter Gewalt?

  1. Nein, denn wenn man nichts zu verbergen hat hat man auch nichts zu befürchten

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  2. Nein, es dient lediglich dem vermutlich bereits im vorfeld geschädigten Auftraggeber.

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  3. Ja, es ist eine Form von Gewalt die aber berechtigt ist.

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  4. Ja, der Einsatz von Privatdetektiven ist ein Einschnitt in die Privatsphäre und die Grundrechte.

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  1. Kanari

    Kanari Member

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    Zu deinen Fragen: 1) würde bedeuten daß der Befragte sein Leben ständig und in jedem Moment so lebt daß er alles stets vor allen Menschen die etwas darüber wissen wollen verantworten kann. So ein Mensch würde wahrscheinlich in einer Observation durch einen Detektiv keine Gewalt erkennen.
    2) Das bezieht sich in erster Linie nicht auf meinen Fall; etwa wenn in einem Ehestreit der/die Betrogene(r) einen Detektiv beauftragt um Material für ein gerichtliches Urteil zu sammeln.
    3) Übschneidet sich mit Frage 2 - der observierte Betrüger ist demnach dann zwar einer Form von Gewalt ausgesetzt, die aber im Zuge des Verfahrens notwendig (und somit gerechtfertigt) ist.
    Antwort 4) war als das konsequente Gegenstück zu Antwort 1) gedacht.
    Mutiger Schritt den Du gesetzt hast. Ich will Dir nicht zu nahe treten aber war es aus Deiner heutigen Sicht der richtige Schritt den Kontakt zu beenden? Wie hat sie reagiert, konnte sie es akzeptieren?
    Daß ich etwas unternehmen muß ist mir klar. Ich bin jetzt etwas über 30 und mir wurde kürzlich zunehmend klar daß ich mein Leben eigentlich auch als eine einzige Flucht vor meiner Mutter betrachten könnte. Dadurch habe ich mir schon vieles zerstört.
    Gut, ich löse mich etwas vom Thema Privatdetektive, ist vielleicht ganz sinnvoll. Ich würde sagen daß ich mein Leben besser im Griff habe als als Teenager oder adoleszenter. Ich lebe alleine, gehe einer Beschäftigung nach und bin soweit auf eigenen Beinen. Aber schau, ich muß mich nach vielen Jahren damit konfrontieren daß meine Wahrnehmung der Realität möglicherweise aufgrund des Verhältnisses zu meiner Mutter (oder was davon übrig ist) gestört ist. Was meinst Du mit Vogel-Strauß-Taktik?
    Wofür oder wogegen kann ich in meiner Situation entscheiden? Ich hatte ein Leben lang Probleme mit ihrem Psychoterror und habe damit einfach umgehen zu lernen.
    Ja ich habe die Beziehungen akriv beendet, ich habe den Frauen meistens garnichts bzw daß ich an mir selbst arbeiten müsste gesagt.
    Das jetzt gesagt zu bekommen ist ein bisschen heftig. Ich hatte oft die Schicksale vieler Frauen die unter ihrer Schwiegermutter leiden vor Augen, die Männer "dahinter" die sich nicht zwischen Mutter oder Ehefrau entscheiden konnten und wollte niemals in so eine Situation geraten. Ich habe meiner Mutter oft zu verstehen gegeben daß sie sich aus vielen Bereichen meines Lebens raushalten soll, bis hin zum Kontaktabbruch eben. Daß sie zum Beispiel ein bisschen Verständnis dafür aufbringen könnte daß sich nicht immer alle Beteiligten freuen wenn sie mal eben "zufällig" in der Nähe unterwegs ist und hinter einer Straßenecke wartet, oder auch daß ich manchmal telefonisch einfach nicht erreichbar bin - das leuchtete ihr wohl erstmals ein als ich ihr sagte daß ich nichts mehr mit ihr zu tun haben will.
    Naja, in Frage stellen kann ich es ja, davon wird noch niemand geschädigt. Wenn jedefnalls jemand vor meiner Haustüre steht und akribisch aufschreibt wann ich das Haus verlasse, wohin ich mit wem gehe, womöglich Fotos von mir anfertigt und das alles dann obendrein auch noch einer Person weitergibt mit der ich aus Gründen meine psychische Gesundheit betreffend nichts zu tun haben will sehe ich allmählich schon meine Privatsphäre verletzt.
    Ich glaube Dir daß Du es gut meinst, aber ich weiß oft nicht wie ich meinen Gedanken entkommen kann. Probiert habe ich vieles, von Psychotherapie über Meditation bis letztendlich zu einer psychiatrischen Behandlung. Ich lebe mein Leben so gut es geht. Die Mutter aus meinen Gedanken zu verbannen ist nicht so einfach wenn mich diese Gedanken zum Beispiel aus meinem ohnehin unruhigen Schlaf reißen und somit das erste sind womit ich mich beschäftigen muß.
     
  2. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    "Mutiger Schritt den Du gesetzt hast. Ich will Dir nicht zu nahe treten aber war es aus Deiner heutigen Sicht der richtige Schritt den Kontakt zu beenden? Wie hat sie reagiert, konnte sie es akzeptieren?
    Daß ich etwas unternehmen muß ist mir klar. Ich bin jetzt etwas über 30 und mir wurde kürzlich zunehmend klar daß ich mein Leben eigentlich auch als eine einzige Flucht vor meiner Mutter betrachten könnte. Dadurch habe ich mir schon vieles zerstört."



    Oh ja - ich habe für mich das Richtige getan.
    Und bin froh dass ich der Verwandtschaft soweit ich konnte aus dem Weg gegangen bin.
    Ob meine Mutter es akzeptiert hat weiß ich nicht, war auch nicht mein Problem. Ich hatte aber auch den Kontakt zu meinen Geschwistern abgebrochen - nicht aber zu deren Kindern. Allerdings ist es immer schwierig wenn die Familie zerstritten ist und nicht an Problemlösungen interessiert ist.

    Aber die Vergangenheit holt jeden irgendwann wieder ein ... meine Schwester verstarb Mitte Juli, meine Nichte rief mich an und ich war auf der Beerdigung!

    Ach ja, ich werd dieses Jahr noch 70!
     
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  3. Kanari

    Kanari Member

    Alles gute im Vor- bzw Nachhinein.
    Da Du in einer ähnlichen Situation warst würde ich gerne fragen ob Dir meine Vermutung observiert zu werden allzu fremd erscheint. Hättest Du mit diesem Gedanken ein problem gehabt?
     
  4. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Ich fühle mich in meinem Leben bisher nicht von jemandem beobachtet.
    Es ist mir auch egal "was die Nachbarn über mich denken oder reden"! Diesen Satz hatte meine Mutter immer parat.

    Und nein, mir erscheint Deine Vermutung dass Du observiert wirst nicht fremd. Aber mir ist sowas egal, ich muß mein Leben leben und auf mich achten. Was andere Menschen dazu bringt andere zu beobachten hat wahrscheinlich mit wenig Selbstwertgefühl zu tun!
     
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  5. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Ich war einige Zeit nicht hier. Ich habe meinen Text mal in rot dazugeschrieben, ich bin heute etwas faul und mir war es zuviel alles mühselig zu trennen - sorry.
    AL Hortensie
     
  6. Kanari

    Kanari Member

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    Ok, hey wow. Danke dir daß Du Dir obwohl Du gerade ein paar Tage nicht da warst die Zeit genommen hast mir zu antworten!
    Ich war bereits bei der Polizei als auch bei den Gerichten. Sobald Privatdetektive im Spiel sind wird es rechtlich schwierig deswegen habe ich das Thema vorerst hint an gestellt.
    Ich weiß nicht ob das vergleichbar ist. Weißt du, in dem Haus wo ich aufgewachsen bin gibt es viele Probleme, angefangen von einer Scheidung bis zu psychischen Erkrankungen die sich über Generationen hinweg vererbt haben, von Mager- bis zu Alkohol- und Drogensucht bis zur Geschlechtsumwandlung alles dabei.
    Ja, das Problem ist halt daß ich schon vieles von dem was Du sagst versucht habe. In meiner Familie muss erst einmal grundsätzlich grundsätzlich gerochen werden was der/die Andere will und wer das nicht versteht ist von vorn herein erst mal wie man so sagt "der/die Allergrößte" und soll erstmal herausfinden wie der Hase läuft.
    Die Schwierigkeit ist halt daß Beziehungen heutzutage oft auf anderen Grundsätzen aufbauen. Und den Frauen denen es wirklich wert gewesen wäre die Natur ihrer künftigen Schwiegermutter genauer auseinanderzusetzen wollte ich so etwas partout einfach nicht antun. Das kann, selbst wenn sich die Frau irgendwann mal gegen mich entscheiden sollte immernoch eine Entscheidung fürs Leben sein. Als wir noch Kontakt hatten sprach meine Mutter noch nach Zehn Jahren von einer Freundin die ich mal als Jugendlicher hatte und die mich "verzogen" hätte und der sie Tod und Teufel wünsche.
    Naja es sind in der Zeit dazwischen schon ein paar Dinge vorgefallen, aber die Beziehung zu meiner Mutter war oft genug "das Zünglein an der Waage" wie man sagt.
    Mag sein.
    Nein, ich habe diese Frauen verlassen bevor gemeinsame Verantwortungen sie an eine Schwiegermutter binden mit deren Kaliber sie nicht gerechnet haben.
    Das ist woran ich hauptsächlich in meinen Therapieen arbeite.
    Freut mich daß Du mir zustimmst.
    Danke, auch Dir mit deiner Familiengeschichte alles Gute.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Oktober 2020
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  7. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Danke für deine Wünsche.

    Ja, das Problem ist halt daß ich schon vieles von dem was Du sagst versucht habe. In meiner Familie muss erst einmal grundsätzlich grundsätzlich gerochen werden was der/die Andere will und wer das nicht versteht ist von vorn herein erst mal wie man so sagt "der/die Allergrößte" und soll erstmal herausfinden wie der Hase läuft.

    Ja? Muss man das??? Nö. Ich kenne das, ich weiß wie anstrengend das ist. Ich war angeheiratet und bin auch nicht so rausgekommen. Nach der Scheidung brach erst einmal der Kontakt ab. Der jetzige Kontakt ist angenehmer. Ich stelle mich nicht auf sie ein, sondern bin ich selbst und vor allem, bin bei mir. Das hilft.

    Naja es sind in der Zeit dazwischen schon ein paar Dinge vorgefallen, aber die Beziehung zu meiner Mutter war oft genug "das Zünglein an der Waage" wie man sagt.
    Wie gesagt, du entscheidest dich immer für deine Mutter. Warum auch immer.


    Ich weiß nicht ob das vergleichbar ist. Weißt du, in dem Haus wo ich aufgewachsen bin gibt es viele Probleme, angefangen von einer Scheidung bis zu psychischen Erkrankungen die sich über Generationen hinweg vererbt haben, von Mager- bis zu Alkohol- und Drogensucht bis zur Geschlechtsumwandlung alles dabei.
    Ja das klingt heftig, und das heute zu händeln ist nicht einfach. Du bist du und du lebst heute. Die Vergangenheit gehört zu dir, aber du musst nicht darunter leiden. In uns ist anscheinend programmiert, dass wir keine einfaches glückliches Leben haben dürfen. Keine Ahnung. Wir dürfen uns aber für uns entscheiden, egal, wie unsere Vergangenheit und die die unserer Ahnen war. Entscheide dich, zu dir zu stehen/für dich einzustehen. Der erste Schritt ist, deiner Mutter die Macht über dich zu nehmen. Das geht. Ich erlebe es gerade bei meinem (noch) Ehemann. Ich habe die letzten Jahre unter ihm gelitten, um es zu veranschaulichen gebe ich ihm eine Bezeichnung (er ist ein Narzisst mit Borderline Zügen). Ich habe mich als Fußabtreter gefühlt, mich seelisch fertig machen lassen. Ich habe versucht zu gehen, es aber nicht geschafft. Ich war seelisch und körperlich ein Krüppel. Habe Depressionen bekommen, habe nichts mehr gefühlt, hatte keine Freude mehr in mir. Vor zwei Jahren habe ich es geschafft. Du musst dir vorstellen, er kam in den Raum und nach 10 Sekunden habe ich mich zum Weinen bringen lassen. Warum? Weil ich selbst nichts von mir hielt. Weil ich es so gewohnt war. Weil ich es aus der Kindheit kannte.
    Selbst nach der Trennung schaffte er es noch ziemlich lange. Ich habe viel an mir gearbeitet, wieder zu mir gefunden. Ich stehe zu mir. Ich habe mich für mich entschieden. Jetzt schafft er das nicht mehr. Er versucht es immer noch. Ich bemerke es mittlerweile, auch wenn ich nicht immer gleich gut reagiere. Das ich es bemerke ist ein großer Fortschritt. Ich hoffe, du verstehst, was ich dir damit sagen möchte.

    AL Hortensie
     
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  8. Kanari

    Kanari Member

    Sag mir wenn ich falsch liege aber ich nehme an daß auch Du dich bereits oft mit der Frage konfrontiert hast warum Dir ausgerechnet so einen Mann gesucht hast. Kennst Du die weitverbreitete Annahme daß in solchen Fällen die Beziehung zu den eigenen Eltern eine sehr wichtige Rolle einnimmt? Ähnliches habe ich auch bei mir festgestellt, bin an viele Frauen geraten deren Hass auf Männer so groß ist daß sie nicht mehr lieben können. Zumindest nicht ohne gleichzeitig auch zu hassen - genau wie meine Mutter die ihren Exmann, also meinen Vater nie wirklich loslassen konnte und sich über gut 20 Jahre lang niemehr auf eine neue Beziehung einlassen konnte. Was ich damit sagen will: die Beziehung zu den eigenen, ich sage mal Erziehern, ist viel elementarer als die zu den Menschen denen man im Leben sonnst begegnet.

    Ich wollte in dem Thread eigentlich vermeiden über meine Eltern zu jammern auch wenn es sehr dazu verleitet. Erst kürzlich hat es mich wieder eiskalt erwischt, eben beim Versuch durch einen Spaziergang in den nahegelegenen Erholungsgebieten meinen Kopf etwas auszulüften. Ich war bei mir in den Bergen unterwegs und fühlte mich den ganzen Tag schon verfolgt. Gerade als die Straßen etwas unwegsamer wurden und ich mich einigermaßen besser fühlte saß auf einer Bank am Wegesrand mitten in der Wildnis jemand. Er hatte einen aufgeklappten Laptop vor sich, Rollmütze, Daunenjacke und so ein modernes Segway neben sich auf dem Boden. Ich versuchte die Gedanken daß er ein Privatdetektiv sein könnte zu vertreiben und suchte mir einen abgelegenen Weg durch die hügelige Landschaft. Einige Stunden und einige Kilometer später, gerade als ich mich ein bisschen besser fühlte und zur ersten Busstation in dem abgelegenen Gebiet kam fuhr mir der gleiche Mann auf seinem Segway entgegen. Mich überkam in dieser Situation eine ohnmächtige Wut auf alles. Ich fühle mich meinen Befürchtungen und Gedanken in diesen Momenten so hilflos ausgeliefert, hätte den Typen am liebsten angeschrieen. Ich mache mir in solchen Momenten Sorgen, daß ich so etwas tatsächlich einmal tue und sie mich dann einliefern.

    Aber es bleibt mir wohl nichts anderes übrig als zu akzeptieren daß grundsätzlich die Möglichkeit besteht durch von meiner Mutter beauftragte Privatdetektive verfolgt zu werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 November 2020
  9. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Ja natürlich habe ich das. Ich hatte das genau wie in meiner Kinheit. Das war ich gewohnt, meinen Mund zu halten, lieb und nett sein, bis zur Selbstaufgabe.
    Ich habe mich sozusagen auch angeboten. Mein (Ex) Mann kann also im Prinzip gar nichts dafür. Das passte dann halt so....oder auch nicht.
    Zum Glück bin ich ein Menschenfreund und nicht nachtragend. Natürlich bin ich sauer und enttäuscht und traurig, aber es ist so wie es ist. Er konnte das mit mir machen, weil ich es zugelassen habe. Ohne mein Zutun, wäre es anders gelaufen. Jetzt habe ich dazugelernt und nun passt es nicht mehr. Ich hoffe, das mir das nicht noch einmal passiert.

    Nicht unbedingt. Sicher ist sie sehr prägend, aber auch weitere Beziehungen können prägend sein.

    Ja das ist so. Doch manchmal steigert man sich wirklich in etwas rein. Könnte es sein, dass er auch einfach die Natur geniessen wollte, dass alles nur ein Zufall war? Er nicht im Büro seine Arbeit machen wollte, sondern draußen. Könnte. Es könnte auch ein Privatdetektiv sein, aber (gut ich kann mich da jetzt auch nicht reinversetzten) was war das Problem für dich? Dein unnwohles Gefühl? Sieh es doch mal positiv. Dir kann nichts passieren, du hast sozusagen einen Schutzengel, da du immer "bewacht" wirst. Er kann ja nichts dafür, es ist nur sein Job. Du sicherst sozusagen einen Arbeitsplatz.

    Du machst dich selbst verrückt. Versuche die Gefühle, die du hast genau zu analysieren. Ich steh zwar jetzt nicht so auf Byron Katie, aber sie hat die Überzeugung, dass viel einfach nur im Kopf passiert. Du kannst sie googeln, sie hat so ein paar Fragen, die in deinem Fall glaube ich hilfreich sind. Die Arbeitsblätter sind frei verfügbar.
     
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  10. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Sie hat es dir vorgelebt. Du machst das, was du kennst, da fühlst du dich wohl.

    Wir müssen verstehen, dass die Zeiten sich geändert haben. Wir sind erwachsen und keine Kinder mehr. Wir dürfen die volle Verantwortung für uns übernehmen. Wir haben uns weiter entwickelt, deswegen bemerken wir die Dinge.
     
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  11. Kanari

    Kanari Member

    Also ist es Dir ähnlich wie mir ergangen. Du hast in der Beziehung über dich selbst gelernt, bist sozusagen "nachgereift" und hast möglicherweise erkannt daß die Beziehung unter den momentanen Umständen keinen Sinn ergibt. Das hat nichts damit zu tun daß man sich für seine Eltern entscheidet, es ist ein Reifungsprozess. Ich habe meine Beziehungen meistens nach dem Motto "besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" beendet. Möglicherweise etwas früh, das kann sein und hat etwas mit der Übergriffigkeit meiner Mutter zu tun. Aber es hat mitnichten etwas mit einer Entscheidung für irgendjemanden außer für mich selbst zu tun.
    Prägungen können sehr hartnäckig sein aber ich glaube auch daß jede Beziehung ihren Sinn hat. Jeder Mensch kann eine Botschaft, eine Lektion bringen wenn man es zulässt und stark genug dafür ist. Man sollte so etwas wertschätzen. Wie man an meinem Beispiel sieht kann es scheinbar genauso ein Abenteuer sein mit seinen Prägungen alleine durchs Leben zu gehen. Man kann seinen Dämonen nicht auf Dauer entkommen.
    Ich kann Dir meinen gesamten inneren Monolog hier rezitieren nachdem ich diesen Menschen auf der Bank im Wald sah. Ich kenne die Mechanismen die sich dabei abspielen mittlerweile schon ganz gut. Könnte ein Grundstücks-Besitzer sein, könnte ein Landschaftsarchitekt oder Ökologe sein, könnte alles mögliche sein. Einfach vergessen. Die Situation war besonders deshalb so grotesk weil ich ja unterwegs war um alle diese Gedanken beiseite zu schieben. Als er mir dann an einer Stelle Kilometer weit und einige Straßenkreuzungen von der ersten Begegnung entfernt entgegenkam war das bloß eben eine für mich sehr ungünstige Fügung, ob mit seiner Absicht herbeigeführt oder nicht.

    Es positiv zu sehen ist ein guter Ansatz auch wenn das Bild eines Schutzengels eher allergische Reaktionen bei mir auslöst. Alleine die Wortwahl erinnert mich an meine stark katholisch geprägte Erziehung. Auch daß diese Menschen im Falle des Falles "nur ihren Job" tun versuche ich mir in solchen Fällen stets vor Augen zu führen, selbst wenn jemand der es sich zur Aufgabe macht die intimsten Momente fremder Menschen zu dokumentieren ein sehr fragwürdiger Charakter sein muss. Dann soll er seinen Job wenigstens so gut machen daß es mir nicht auffällt.
    Danke jedenfalls für den Tipp mit Byron Katie. Auch wenn sie keine Lösung bringen bringen sie doch immer wieder Hoffnung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 November 2020

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