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Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

Dieses Thema im Forum "Angst, Panikattacken - was tun?" wurde erstellt von Babyfee, 18 September 2006.

  1. Babyfee

    Babyfee New Member

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    Hallo Leute,:)

    ich möchte heute gerne meine erlebten Trennungen aus der Kindheit und deren Folgen mir von der Seele schreiben.
    Gerne hätte ich auch von Euch gewußt, war es aus Liebe wie meine Eltern damals gehandelt haben? Oder wollten sie mich einfach nur loswerden?
    Wie kann ich heute damit umgehen, denn es fällt mir schwer meinen Eltern zu vergeben. Z.Zt. habe ich den Kontakt zu ihnen abgebrochen.

    Ich war 6 Wochen alt da kam ich zu meiner Oma von Mo.-Fr., weil meine Mutter wohl wieder arbeiten mußte.
    Meine Oma stellte dann bei mir in dieser Zeit fest, dass ich mich nicht von alleine hochziehe. Daraufhin ging meine Mutter mit mir zum Arzt und es wurde mir eine Spreizhose verpaßt wegen der Hüfte.
    Nach 9 Monaten war meiner Oma dies alles zu viel und meine Mutter nahm mich wieder und kündigte ihren Job.
    Mit 3 Jahren stellte meine Mutter dann bei mir fest, dass wohl meine Wirbelsäule nicht ganz gerade ist. Daraufhin rannte sie mit mir von Arzt zu Arzt. Mit 4 Jahren wurde ich zu einer Kur geschickt. Dort sollte wegen meines Rückens mit mir geturnt werden. Zu dieser Zeit wurde mein Bruder geboren.
    Nun mußte ich 2 x in der Woche zur Krankengymnastik bis zu meinem 16. Lebensjahr.
    Mit 5 Jahren kam ich in ein Krankenhaus für sehr lange Zeit. Eben wegen meinem Rücken. Dort sollte ich an einem Webstuhl sitzen und dies würde gut sein für den Rücken wegen den Streckübungen. Diesen Aufenthalt habe ich noch total schrecklich in Erinnerung. Da ich noch nie warme Milch mochte, steckten sie mir einmal einen Schlauch durch die Nase und so bekam ich die warme Milch zugeführt. Am Abend mußte alle Kinder immer einen Haufen im Töpfchen haben und wehe wenn da keiner drin war, dann kam sofort eine Schwester mit einem Einlauf. Ich kann mich nur daran erinnern, dass meine Eltern mich einmal besuchten dort und dies durch eine Scheibe. Dann bekam ich die Masern und mußte diese bei der Familie meiner Freundin auskurieren. Meine Eltern sagten, es ist besser so, denn mein Bruder hätte sich sonst anstecken können.
    Mit 6 Jahren ein erneuter Aufenthalt in diesem Krankenhaus, weil für mich eine Gipsschale vom Kopf bis zu den Knien angefertigt wurde. Dieser Aufenthalt war zum Glück nicht so lange. Jedenfalls wickelte mich meine Mutter jede Nacht wie eine Mumie in diese Gipsschale zu Hause ein.
    Es war schrecklich und total ungemütlich zum Schlafen. Könnt ihr Euch ja sicherlich vorstellen.
    Zu Hause turnen und in eine Glinsongschlinge im Türrahmen aufhängen zum Strecken war auch noch an der Tagesordnung.
    Mit 8 Jahren hatte ich eine Gehirnerschütterung, weil meine Freundin mich mit einem Karren so heftig entlang der Straße zog, so dass ich umkippte. Wieder langer Krankenhausaufenthalt und wieder nur den Blickkontakt durch die Scheibe von meiner Mutter im Krankenhaus.
    Mit 10 Jahren hatte ich einen Leistenbruch und kam wegen der OP ins Krankenhaus. An diesen Aufenthalt kann ich mich heute überhaupt nicht mehr erinnern.
    Mit 13 Jahren erneut Krankenhaus wegen dem Rücken. Während der gesamten Sommerferien lag ich im Bett und um meinem Hals eine Glinsongschlinge mit Gewichten. Die Wirbelsäule wurde nun gestreckt und für ein Milworkykorsett vorbereitet. Während der gesamten Zeit mußte ich nur Liegen und durfte mich nicht aufrichten. Dieses Korsett, welches vom Kinn bis zum Becken ging trug ich Tag und Nacht bis zum 15. Lebensjahr. Es war eine schwere Zeit, weil die Leute mich so anstarrten und ich ja auch gerade in der Pubertät war und eigentlich wie andere Mädchen sein wollte.
    Mit 15 Jahren eine Kur und da ich keine Lust hatte wieder weg von zu Hause zu gehen, passierte es, dass ich mir beim Sport die Hand gebrochen hatte. Meine Mutter war total außer sich, denn nun dachte sie, könnte ich nicht zur Kur fahren. Dies war leider kein Hinderungsgrund für die Kurklinik und so turnte ich auch dort wieder fleißig.
    Mit 19 Jahren bis zum 29. Lebensjahr bekam ich starke Rückenschmerzen.
    Ich war 23 Jahre, da bekam ich eine süße kleine Tochter, mein Sonnenschein.
    Als ich 29 Jahre alt war bekam ich öfters Schwindelanfälle und eben sehr starke Rückenschmerzen. Ich ging von Arzt zu Arzt. Ein Orthopäde gab mir dann ein Muskelentspannungsmittel. Am folgenden Tag bekam ich bei Eintritt der Dämmerung wahnsinnige Ängste. Ein anderer Arzt teilte mir mit, dass meine Gehirnhälften vertauscht sind und ich müßte mit links lernen eben zu schreiben. Ich wußte mir keinen Rat mehr und die Ängste wurden immer schlimmer. Dann kam ich zu einer Homöopatin und diese gab mir irgendwelche Kügelchen und machte eine Neuraltherapie mit mir. Ich bekam jedes Mal Spritzen am ganzen Körper. Mein Zustand wurde immer schlimmer und die Ängste nahmen dramatisch zu. Ich kam dann in eine Klinik für Psychatrie und so begann ein körperliches Leiden ersetzt durch ein seelisches Leiden. Eine Angstneurose wurde dort festgestellt. Ich entschied mich zu einer tiefenpsychologisch fundierten Stütztherapie. Diese Therapeutin begleitete mich 13 Jahre. In dieser Zeit ließ ich mich scheiden. Habe meine Tochter alleine groß gezogen und bin täglich arbeiten gegangen. Zwischendurch brach ich noch 3 x zusammen und bekam Weinkrämpfe und panische Ängste meine Tochter zu verlieren. Meine Eltern wußten sich keinen Rat und da ich selbst nicht mehr in der Lage war zu diesen Zeitpunkten Entscheidungen zu treffen, brachten meine Eltern mich in die Psychatrie. Zwei Aufenthalte verbrachte ich in der "Geschlossenen". Dadurch, dass sie mich ohne Grund, nämlich nur, weil ich weinte einsperrten, bekam ich eine Psychose. Nun wurde mir von der Klinik ans Herz gelegt Psychopharmaka zu nehmen zur Prophylaxe. Diese schlucke ich nun seit 8 Jahren. Es kam erst wieder in diesem Jahr zu einem Aufenthalt als ich langsam versuchte diese Tabletten aus meinem Körper auszuschleichen. Dieses führte ich unter ärztlicher Anleitung durch. Meine Oma verstarb in d.J. und mit diesem Verlust u.a. konnte ich nicht umgehen. Wieder weinte ich und konnte eine Woche lang nicht schlafen. Bis ich dann zusammengebrochen bin an meinem 42. Geburtstag. Mein Freund und meine Mutter brachten mich in die Psychatrie. Dort kam ich sogleich wieder in die "Geschlossene". Die Tabletten, welche ich 8 Jahre lang einnahm, wurden radikal abgesetzt und dadurch und weil ich wieder eingesperrt war, kam ich erneut in eine Psychose. Mein Freund habe ich es zu verdanken, dass der Stationsarzt sich dann doch endlich mit meinem Arzt draußen in Verbindung setzte und so kam ich auf die "offene Station" und wieder Tabletten. Diesen Zustand der Trennung von meinem Freund und meiner Tochter hielt ich nicht aus und so entließen mich die Ärzte auf meinen Wunsch nach 3 Wochen. Zu Hause bei meinen Lieben hatte ich dennoch panische Ängste bis Todesängste. Doch, ich faßte all meinen Mut zusammen und ging auf die Straße und versuchte mein Leben wieder zu Leben.
    Meine Mutter sagte nur zu mir am Telefon: "Was du bist schon aus der Klinik? Na, Gott wollte eben nicht, dass es so schnell ging!"
    Daraufhin brach ich den Kontakt zu meinen Eltern ab.

    Ich weiß gar nicht, woher ich die Kraft nehme und immer wieder auf die Beine komme und mein Leben lebe und auch arbeiten gehen kann.

    Danke, dass Du mir zugehört hast!

    Liebe Grüße
    Babyfee :)
     
  2. Die Suchende

    Die Suchende Well-Known Member

    AW: Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

    Liebe Babyfee,

    wie geht es dir denn jetzt im Moment?

    Was mir beim Lesen aufgefallen ist, du hast deine Kindheit nur über deine Krankenhaus-Stationen beschrieben. Nicht, welches Verhältnis du zu deinen Eltern hattest oder mit welchen Gefühlen du dich auseinander gesetzt hast...

    Und jetzt im Erwachsenen-Alter spielen die Gefühle plötzlich eine so große Rolle, dass du gar nicht richtig damit klar zu kommen scheinst und deswegen die Ängste entwickelt hast...

    Vielleicht liegt hier eine Heilungsmöglichkeit... alte Gefühle aufzuarbeiten, damit wieder Platz ist, dein Leben wirklich zu leben.

    Vielleicht kann hier ein alternativer Ansatz helfen (natürlich begleitend zu deiner jetztigen Therapie-Form) - vielleicht ein Heilpraktiker für Psychotherapie? Oder vielleicht Entspannungsformen wie z.B. Autogenes Training, damit du lernen kannst, dich selbst richtig zu spüren.

    Ich wünsche dir jedenfalls noch viel Kraft und Mut, um dein Leben angstfrei leben zu können.

    Alles Gute.
     
  3. Babyfee

    Babyfee New Member

    AW: Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

    Liebe Suchende,

    danke für Deine Antwort. Ich schrieb nur darüber, weil mich dies mit den Trennungen im Augenblick besonders bewegt. Mehr hätte hier wahrscheinlich die Seite gesprengt.
    Außerdem interessiert es mich sehr wie Ihr darüber denkt, ob meine Eltern dies aus Liebe taten alles fanatisch für meinen Rücken zu unternehmen, oder weil sie mich loswerden wollten. Liebe, in Form von Kuscheln oder Geborgenheit habe ich von denen nämlich nicht erfahren. Und wozu es für die wohl so wichtig war, denn mein Rücken, der natürlich eine heftige Skoliose aufweist, aber mir heute zum Glück keinerlei Beschwerden macht. Jedoch, hat meine Seele darunter gelitten und dadurch wurde u.a. viel mehr Schaden angerichtet.
    Ich habe auch schon vieles ausprobiert in Bezug auf Heilung, z.B. das Erlernen d. Autogenen Trainings, bin in homöopatischer Behandlung seit 13 Jahren, Psychotherapie, Akkupunktur, Muskelentspannung nach Jaccobsen, Yoga und jetzt unter Anleitung einen spirituellen Weg mit u.a. Aura Soma Produkten.
    Dies bekommt mir sehr gut und daher glaube ich, dass zum ersten Mal bei mir richtig etwas in Bewegung kommt.
    Ansonsten denke ich auch darüber nach, ob ich vielleicht auch einen Traumatologen aufsuchen sollte.


    Liebe Grüße
    Babyfee
     
  4. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    AW: Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

    Liebe Babyfee,
    es wird für uns wohl unmöglich sein, das Verhalten deiner Eltern zu deuten.
    Frag sie! Auf jeden Fall haben sie Verantwortung für deine Gesundheit übernommen und möglicherweise, aber auch nur vielleicht, hast du schon als kleines Kind gesprürt, dass Krankheit für dich ganz bestimmte Reaktionen deiner Eltern nach sich zog. Es spielt aber für dein heutiges Leben auch eigentlich keine Rolle mehr.

    Völlig abgesondert von deiner Kindheit ist es jetzt deine Aufgabe dein Leben zu leben und wenn ich dich richtig verstehe willst du nicht mehr in Kliniken.

    Mir ist besonders aufgefallen, dass viele Menschen etwas mit dir machen! Wie in deiner Kindheit, befindest du dich in vielerlei Hinsicht immernoch in der untätigen Rolle. Aktiv über das was in deinem Leben geschieht scheint für dich schwierig zu sein, bzw. das durchhalten.

    Ist aber schwer so aus der distanz einen Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen, deshalb handelt es sich hier auch lediglich um eine Annahme von mir.

    Alles Liebe
    Elke
     
  5. Die Suchende

    Die Suchende Well-Known Member

    AW: Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

    Liebe Babyfee,

    Also, grundsätzlich denke ich nicht, dass Eltern ihre Kinder ständig in irgendwelche Krankenhäuser stecken, um ihre Kinder abzuschieben... Abgesehen davon, dass kein Krankenhaus jemand aufnehmen würde, wenn es nicht sein müsste...

    das ist eine ganz andere Sache. Und ich glaube nicht, dass man das mit deiner Krankheitsgeschichte verknüpfen kann. Würde das nicht sonst bedeuten, dass jeder der im Krankenhaus liegt, dass er nicht geliebt wird? ich glaube nicht, dass es so ist.

    aber wenn du damals nicht zur Behandlung gegangen wärst, du würdest heute bestimmt Probleme damit haben.



    Ich vermute eher, du suchst im Moment nach Gründen, warum du von deinen Eltern nicht die Form der Liebe erhalten hast, die du für dich gebraucht hättest...

    Aber was machst du, wenn du Gründe findest, fühlst du dich dann anders? Können Gründe im Nachhinein etwas verändern? Vielleicht kannst du das Verhalten deiner Eltern nachvollziehen, d.h. aber noch lange nicht, dass du selbst dann auch besser mit dir umgehen kannst... Ich z.B. kann viele Reaktionen meiner Mutter heute nachvollziehen, aber die Leere bleibt trotzdem. Und das einzige was ich für mich tun kann, ist mich selbst zu fragen, wie ich mit dieser Leere, die immer bleiben wird, richtig umgehen kann.

    Und da finde ich es ganz toll, dass du so viele alternative Wege ausprobiert hast. Bleib da am Ball. Wenn du dir selbst näher kommst, dann werden viele andere Dinge einfach unwichtig.

    ElkeB hat das sehr pregnant ausgedrückt: "Völlig abgesondert von deiner Kindheit ist es jetzt deine Aufgabe dein Leben zu leben ". Dem kann ich nur zustimmen.

    Alles Gute.
     
  6. Laura 272

    Laura 272 Well-Known Member

    AW: Trennungen i.d. Kindheit u. d. Folgen

    Hallo Babyfee,


    objektiv läßt sich schwer beurteilen, wie deine Kindheit war. Du hast sie als lieblos und mit Verlustängsten verbunden empfunden und erlebt. Das alleine zählt.

    Früher in den Krankenhäusern war der Kontakt zu den Kindern nicht erlaubt, man durfte tatsächlich nur durch eine Scheibe in der Tür schauen,ohne daß die Kinder einen sehen konnten.
    Was ich davon halte brauche ich ja wohl nicht erwähnen.

    Du schilderst dein Leben, als würdest du gelebt werden, andere entscheiden über dich, tun etwas mit dir.

    Rücken hat etwas mit aufrichten zu tun. Dein Name Babyfee sagt eine Menge aus. Ein Baby hat ein schwaches Rückgrat und kann nur krabbeln. es muß erst lernen sich aufzurichten und sein Rückgrat stärken.

    In deiner Kindheit und Jugend wurde dies mit mechanischen Hilfsmitteln versucht.

    Inzwischen bist du erwachsen, hast aber symbolisch dein Rückgrat nicht stärken können, trotz 13 jähriger Therapie.

    Es scheint deine Lebensaufgabe zu sein, seelisch dein Rückgrat zu stärken und dich aufzurichten, dein Leben selbstbestimmt zu leben.

    Liebe kann kann man nicht nachholen und von den Eltern nicht einfordern.

    Du mußt andere Wege finden, wie du dieses Gefühl in dir wecken kannst und zu mehr Selbstvertrauen findest.

    Yoga ist sicherlich sehr gut für dich, weil es Blockaden lösen kann.

    Verlustängste, Lieblosigkeit in der Kindheit, sind schwer zu therapieren.
    Das bedeutet du bist mit einer Menge Defiziten aufgewachsen.

    Du kannst jetzt verbittert durchs Leben geben und allen die Schuld geben, daß du so unglücklich bist und scheitern daran.

    Du kannst dein Leben selbst in die Hand nehmen und versuchen diese Defizite aufzuarbeiten und alles tun, damit es dir gut geht. Die Vergangeheit hinter dir lassen und versuchen im Hier und Jetzt Lösungen zu finden, die dir weiterhelfen.

    Frage nicht andere was gut für dich ist, versuche selbst zu erspüren, was dir helfen kann.

    Vielleicht ist es wichtig, daß du deine eigene Mitte findest, auf deine Art.

    Ying und Yang versuchst in Einklang zu bringen, auf allen Ebenen.

    Du scheinst auch schoneinen geeigneten Weg für dich gefunden zu haben.

    Ich wünsche dir, daß du diesen Weg mit Kraft und Mut weitergehen kannst und vom Baby zur erwachsenen Frau reifen kannst.


    LG Laura
     

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