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Was will der Mann?

Dieses Thema im Forum "Untreue, Fremdgehen,Seitensprung,Dreiecksbeziehung" wurde erstellt von Bright, 29 Dezember 2015.

  1. Bright

    Bright Well-Known Member

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    Es wird lang und kompliziert.

    Seit ca. 1 Jahr führen mein Mann und ich eine offene Beziehung. Dies ging von meinem Mann aus. Lange Geschichte - und betraf/betrifft eigentlich erst mal "nur" die sexuelle Ebene. Wir sind seit 24 Jahren verheiratet und für ihn hat sich sexuell einiges geändert, wo ich nicht mitziehen konnte und wollte. Auch da ergab es neue Änderungen bei mir - aber egal. Wie es heute ist, könnten wir in seinem Bereich nicht mal zusammenkommen, wenn ich wollte. Also wollte er es ausleben und wir einigten uns auf die offene Beziehung.

    Hört sich einfacher an, als es letztendlich ist.

    Vor nun ca. 8 Monaten lernte ich einen Mann über ein Datingportal kennen. klar ist dort, es geht um Affären und vorbehaltlich um Sex. Soweit so gut. Der Mann gefiel mir vom Aussehen sehr gut. Vom Typ her? Er ging mir etwas auf die Nerven. Steht ständig unter Strom und labert. Trotzdem ist er sehr nett. Sexuell ergänzen wir uns super und es macht auch Spaß.

    Nun geht man ja auch nicht mit jemanden ins Bett und unterhält sich gar nicht. So, unterhalten ging mit ihm auch. Er war fertig mit sich und der Welt. Er ist so alt wie ich und fast genauso lange verheiratet. 2 Kinder. Als ich ihn kennen gelernt habe, war es ca. 1 1/2 Jahre her, dass seine Frau ihn betrogen hatte. Es war wohl so weit, dass sie ihn verlassen wollte. Auszugspläne waren schon geschmiedet. Er hat sie zurück gehalten und sie sind beim Ehetherapheuten. Sexuell hat sie ihm ganz gut zugesetzt. Auch was sein Selbstbewusstsein betrifft. Der Mann sieht klasse aus und weiß es nicht mal. Also kurz gesagt, er war am Boden. Gut, eine Affäre bedeutet ja u. U. auch, dass der andere einen etwas aufbaut.

    Nein, nur ihm Recht geben? Nein, der Mensch bin ich nicht. Bei vielem musste ich seiner Frau recht geben. Aber zumindest lernte er nun eine Sexualität kennen, die er noch nie kannte. Bisher war es für ihn: ausziehen, rauf, rein, fertig. Dass Sex auch Zärtlichkeit und Intimität sein kann? Nein, war ihm nicht klar.

    Ca. 5 Monate ging es so. Wir trafen uns in einem Stundenzimmer. Keine Telefonate, keine Mails. Nichts. Nur 1 Mail mit neuem Termin und das war es. Es war dermaßen unkompliziert. Gefühle? Nichts. Nur, dass er halt ein geiler Mann ist mit dem Sex richtig Spaß macht.

    Dann kam die Wende vor ca. 3 Monaten. Wir hatten eine Nacht zusammen. Waren, weil er es mal probieren wollten im Swingerclub. Gut, er als Neuling kam damit gar nicht zurecht und ich musste ihn trösten. Wir hatten die ganze Nacht. Keine Hektik. Da änderte es sich für ihn.

    Die kommende Woche war seine Frau mit den Kindern weg und er blieb bei mir über Nacht. (Ehemann weiß davon und ist immer informiert). Da änderte es sich für mich. Der Sex ändert sich nochmal. Er ist sanft geworden. Er ist Intimität und Zärtlichkeit pur. Seiner Frau kann er sexuell nichts recht machen, für mich ist er fast perfekt.

    Er war diese Woche 3 x bei mir/uns und lernte auch meinen Mann kennen. Dem klagte er dann auch sein Leid mit seiner Frau. Und wieder jemand, der nicht nur Partei für ihn den betrogenen ergreift, sondern auch für seine Frau.

    Seit diesem Zeitpunkt sind Gefühle im Spiel. Tolle Sache. Damit wurde es kompliziert. Telefonate fast täglich. Zuerst teilweise 4 Stunden am Tag. Heute ca. 30 - 40 Minuten. Wir reden über Gott und die Welt. Wir verstehen uns super. Gut, ich habe Probleme und er blieb, wo andere gegangen sind. Auch meine Freunde vor meinem Mann. Dieser Mann blieb, obwohl ich ihm das Leben zur Hölle machte.

    Wir waren noch einmal zusammen unterwegs. Er hatte Stress wegen seines Jobs. Ich half. Und er meint, ich sei der einzige Mensch, der ihn zur Ruhe bringen kann. Ja, wenn er bei mir ist, ist er nach einer gewissen Zeit nicht mehr unter Strom und er wird richtig schön, wenn dieser Stress von ihm abfällt. Er ist dann der schönste Mann, den ich kenne. Innerlich und äußerlich.

    Wir verbrachten auch einen Tag so, ohne Sex. Einfach zusammen sein. Ein wunderschöner Tag.

    Soweit so gut. ABER - ein aber muss es geben.

    Ich habe Probleme. Ja. Und ich bin extrem schwierig zu händeln. Trotzdem ist er da - für eine Affäre. Das rechne ich ihn hoch an.

    Selbstwertprobleme usw. und so fort.

    Nun bot er mir an, mir ein Freund zu sein, für mich da zu sein, mich aufzubauen, mir eine andere Sicht auf mich zu geben.

    Seit nun 3 Monaten hat der Mann Stress mit mir. U. a. weil ich das Gefühl habe ich gebe, blute aus und von ihm kommt nichts. Ich zahlte mir meiner Person dafür, dass er da ist.

    Er war da als ich Probleme mit meinem Mann hatte und hörte zu. Diese Zeit nahm er sich. Ja. ABER - er ist immer nur da, wenn man schreit. Nie von sich aus.

    Ich war krank, schrieb ihm, ich melde mich erst, wenn es mir besser geht. Von ihm aus wäre nie ein: wünsche Dir alles gute, werde gesund oder so was gekommen. Das weiß ich, weil das als Diskussion gerade akutell ist. Das hat mich sehr verletzt.

    Auch, dass was ich mir bei einer Affäre wünsche? Dies diskutieren wir seit 3 Monaten. Er ignoriert es erfolgreich.

    Also stand ich am Anfang der Woche kurz davor, ihn in die Wüste zu schicken, hatte aber keine Lust, mir einen neuen Typen zu suchen.

    So, wieder mit ihm telefoniert.

    Aber was anderes dazwischen:

    ich schrieb auf, was mich nervt:

    a) er labert nur, und zwar heftig
    b) wenn er seine Frau dermaßen liebt, wie er es sagt, dann soll er den Arsch in der Hose haben, für sie da zu sein und bitte keine Affäre beginnen. Wenn es "nur" sexuell nicht klappt, kann man mit ihr ja mal sprechen und geht nicht fremd. Es sei denn, offene Beziehung. Aber, er darf, sie nicht. Und ja, genau so habe ich es ihm auch gesagt. Meiner Meinung nach sollte er endlich mal für sie da sein, bevor er eine Affäre beginnt.
    c) Kinder: er sollte 1 x auf sie aufpassen, weil die Frau weg war. Was macht er? Geht Tennis spielen und lässt sie allein. Die Frau machte Ärger. Ich hätte ihn für 1 Woche ausquatiert. Und auch hier: er sollte sich m. M. nach mit den Kindern beschäftigen. Dem ältesten hatte er ein Projekt versprochen, was er aber nicht macht. Ja, auch hier habe ich ihm am Montag die Meinung nochmals gegeigt, dass ich das nicht gut finde. Er ist der vater und sollte sich mal um die Kinder kümmern. Zeit mit ihnen verbringen.
    d) Stress und Arbeit: er sollte sich auf seine Kernkompetenz seiner Arbeit beschränken. Und auch mal deligieren. Die so gewonnene Zeit mit seiner Frau und den Kindern verbringen. Ja, auch das habe ich ihm so gesagt
    e) statt mit mir zu telefonieren, sollte er die Zeit mi seine Familie verbringen
    f) wenn er nach Familienleben schreit, sollte er aktiv was dafür tun
    g) statt seiner Frau 1,5 l Wein am Tag vor zu werfen - sollte er seine 1 l Bier am Tag auch mal überdenken
    h) Selbständigkeit mit mir? Auch, dass er da nur labert und labert
    i) er kein Freund ist, weil er einfach nicht da war und ist

    Und ich denke, dass das sein Problem ist, dass er nur labert und labert und labert und eigentlich nie für jemanden da ist.

    Er beschwert sich über seine Frau, was ich bescheuert finde. Und zwar richtig. Sie blamierte sich bei SEINEN Freunden. Sie trinkt zu viel. Sie schreit die Kinder an. Sie schreit die Katzen an

    Himmel, wenn er da was ändern will, sollte er mal was sagen. Er hat einen Mund, aus dem Wörter kommen können.

    Und ja, das Gefühl, ich sei ausgelaugt, besteht weiter. Und das will ich nicht mehr.

    So, nun habe ich ihm erklärt, dass ich eigentlich auf die Ebene der reinen Sexaffäre zurück will. Und ja, 2 Monate war ich ihn ihn verliebt. Er hat es ganz schön zerstört. Auch wenn er trotz allem einer der nettesten Männer ist, den ich kenne. Er ist nett lieb, zärtlich und all das. ABER er schwätzt nur. Substanzloses Zeugs.

    Ich habe ihm auch gesagt, er sollte zur Ruhe kommen, weil er dann ein anderer Mensch ist. Und er sollte mal seine Aufmerksamkeit den Menschen zukommen lassen, die ihm wichtig sind, seiner Familie. Dazu muss er seine Ruhe finden. Nicht ständig unter Strom. Nicht ständig unterwegs. Tennis usw. usw.

    Nein eine reine Sexaffäre will er nicht. Er will das alles so bleibt, wie es ist.

    ABER er hat mir einen Rosengarten versprochen und mir eine Wüste geschenkt.

    So, nun habe ich ihm erklärt, dass ich mich bei ihm melde, wenn ICH ihn sprechen will. Keine Mails mehr, keine SMS mehr. Nichts mehr. Ich will keinen Stress mehr. Ich will die positiven Dinge mit ihm.
     
  2. Bright

    Bright Well-Known Member

    Für die negativen? Darum kann sich seine Frau kümmern.

    Und ich denke, ich weiß langsam, warum sie ihn verlassen wollte. Wenn er bei ihr nur halbwegs so ist wie er sich mir gegenüber verhält? Dann verstehe ich es. Dann ist er für sie nicht da. Dann labert er nur. Dann ist er substanzlos. Nie präsent. Arbeit, Tennis, Freunde usw. Er wird bei ihr reden und labern. Sie hat 3 Kinder: ihre 2 Söhne und ihn.

    Nein, ich mag ihn wirklich. Ich habe ja den Vorteil, ich bin nicht mit ihm verheiratet.

    ABER - wenn ich daran denke, was er will? Er braucht mich - davon gehe ich aus. Und zwar dringend. Dass ich ihn sehe. Dass ich ihn aufbaue. Der neue Sex, den er genießt. Er ist hier bei mir zu Hause und fühlt sich eher zu Hause als bei sich.

    Er braucht die Telefonate. Erklärt, diese seien eine Oase der Ruhe für ihn.

    Wenn ich mit ihm unterwegs bin? Er wird ruhig. Endlich mal. Bei mir als einziger Mensch, der das schafft.

    ABER - er ist irgendwo nie für mich von sich aus da. Wenn ich ihn brauche und ihn bitte - ja. Dann ist er 200 % - ig da.

    Begehren = Liebe erklärt er. Nein, Begehren heißt nehmen. Und so fühlt es sich an. Ich fühle mich teilweise ausgeblutet. Er nimmt. Er braucht es. Und dann wird er wütend, weil Begehren für ihn Liebe ist. Liebe heißt geben.

    Nein, schluss machen? Eher nein, weil ich mir sonst jemand anderen suchen müsste, wo der Sex nicht passt. Daher mein Entschluss, ihn etwas aus meinem Leben zu schmeißen. Wieder mehr nur auf das sexuelle zu gehen. Damit ich nicht ausblute.

    Ihm? Ihm schmeckt das nicht so ganz.

    Aber ich bin nicht da um nur für ihn da zu sein.

    Und letztendlich soll er froh sein, dass er so gut aussieht, der Sex richtig Spaß macht, sonst wäre ich weg. Ich mag ihn zu sehr. Vielleicht bin ich in ihn verliebt. Aber manchmal reicht das nicht. Und häufig ist das der Grund für ein aus.

    Himmel, warum müssen selbst Affären so kompliziert sein?

    Und langsam aber sicher glaube ich: Fremdgeher sind die reinsten Egoisten.
     
  3. Bright

    Bright Well-Known Member

    Warum ich das schreibe? Keine rechte Ahnung. Vielleicht um selbst einen klaren Kopf zu bekommen.

    Fakt ist aber - dank ihm habe ich ein paar positive Entwicklungen durch gemacht. Das ist sein Verdienst. Eher, dass er trotz allem, was ich ihm angetan habe, bei mir blieb. Zu mir stand. Er mir ein Leben zeigte, wie es möglich wäre.

    Trotzdem, ich denke, ich muss ihn etwas aus meinem Leben schmeißen. Auf Abstand bringen. Er ist nicht mein Partner, nicht mein Leben, nicht mein Freund. Ja, ich werde trotzdem für ihn da sein. So bin ich. Und auch dafür kann eine Affäre gut sein.

    Ach ja, sein Therapheut weiß, dass es mich gibt. :) Der meint, ich - also die Affäre täte ihm gut. Er wäre nicht mehr so unter Strom. Also, wenn es nur rein um Sex geht.

    Auch toll - finde ich.

    Sein bester Freund weiß, dass es mich gibt und eine sehr gute Bekannte auch noch.

    Affären scheinen auch eine Art Beziehung zu sein.

    Danke für das Lesen
     
  4. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Well-Known Member

    Hallo
    Ich hoffe es war angedacht auch Gedanken dazu lassen, nach dem Durchlesen war ich mir dessen nicht sicher, schreibe aber nun einige Gedanken dazu:

    Leider werden oft Zeiten oder Stunden einfach kompliziert. Manchmal denke ich mir, man sucht sich unbewusst etwas um es kompliziert zu haben, um sich den Luxus zu vergoennen, einmal einen Lebensabschnitt zu führen, der chronologisch nicht geordnet ist und genießt einfach das Chaos, mal so, mal so, Hauptsache es ist nicht planbar im Unterbewusstsein. Das denke ich oft allgemein über Beziehungen und nicht direkt auf die Geschichte bezogen.

    Aber ich denke mir nun, in dieser Geschichte dazu ist es wichtig, wieder zum Ursprung zurückzukommen. Eigentlich will ich jetzt schöne Stunden verbringen, im Prinzip, zumindest kommt es bei mir so an, war angedacht, einfach persönliche und unbeschwerte Zeiten zu verbringen.

    Besonders wenn sich Gefühle dazu mischen, neigt man, so aus eigener Erfahrung berichtendend, alles im allgemeinen zu verkomplizieren, alles zu hinterfragen zu zerlegen, jedes Wort und Tun des anderen in Waagschalen zu verpacken und zu bewerten.

    Es ist nicht einfach. Der Mensch hat auch keine Schalter, wo man etwas einschaltet und es funktioniert. Wo Gefühle waren können wieder welche kommen oder auch nicht, dort wo kein Gefühl ist kann in einem Augenblick vieles entstehen.

    Einen Rat dazu habe ich nicht, bisherige Beziehungen die ich erfuhr und kompliziert wurden schaffte ich nicht zu entkomplizieren und eines Tages war es auch verloren.

    Vielleicht liegt es daran, dass, sobald sich Gefühle dazu mischen, eine andere Erwartungshaltung dem Gegenüber einnimmt, die sich ständig aendert zwischen, jetzt sind Gefühle da und was war eigentlich am Beginn der Beziehung/Affäre an Erwartung vorhanden, oder zu Beginn an Erwartung ausgeschlossen.

    Liebe Gruesse und den richtigen persönlichen Weg in deiner Geschichte wünsche ich dir.
    Ritter Omlett
     
    Zuletzt bearbeitet: 29 Dezember 2015
  5. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Liebe Bright,

    vielleicht magst du einmal "auseinanderdröseln"? Ich habe deinen langen Text gelesen und frage mich da ein paar Dinge.

    Z. B. würde ich gerne wissen wie du es schaffen willst, aus deiner Lebensberatungs-Therapeutenrolle wieder herauszukommen, um die Beziehung zu deinem Lover wieder auf die sexuelle Ebene zu bringen?

    Auch frage ich mich, wie dein Ehemann damit klar kommt, dass du nicht nur sexuell aushäusig unterwegs bist, sondern nun auch noch der zwischenmenschliche Aspekt (der ja in einer Ehe eine wichtige Rolle spielt) abhanden kommt bzw. anderswo benötigt wird. Wäre es da nicht für alle Beteiligten das Beste, wenn ihr euch trennen würdet? Dann hättet ihr den "Kopf frei" für euer Leben mit anderen, jeweiligen Partnern und müsstet euch gar keine Gedanken machen über einen Ehepartner, für den ihr eh keine Zeit mehr habt. Ich hoffe nur, ihr habt keine Kinder...

    Wo bleibst DU eigentlich bei dieser Geschichte? Ich meine, du bist Sex-Partnerin, Eheberaterin, Therapeutin, Ehefrau.

    Ich kann mir vorstellen, dass dein Lover sein Verhalten nicht ändern will. Seine Frau hat er jedenfalls schon ziemlich fertig gemacht damit. Immerhin braucht sie eineinhalb Liter Wein am Tage, um ihre Probleme zu betäuben. Strebst du Ähnliches für dich auch an?

    Etwas Besseres als dich zu treffen hätte diesem Mann wirklich nicht passieren können. Während dein Ehemann seine sexuellen Phantasien ausleben, darf stehst du ihm mit Rat und Tat als Seelenmülleimer zur Seite. Und Sex hat er bei dir obendrein noch, wenn er will. Wozu braucht er eigentlich noch einen Psychotherapeuten? Das Geld könnte er sich doch eigentlich sparen...
     
    pisces und ChrisTina gefällt das.
  6. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Well-Known Member

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    Hallo
    Betreffend Claras Postings, da fällt mir ein Satz auf, der es besonders beschreibt. Du nimmst mehrere Rollen in dieser Geschichte ein.

    Dennoch finde ich viel Stimmigkeit, dass du diese Rollen sehr gerne einnimmst, nur vermutlich ist es zwischendurch zuviel des Guten.

    Immerhin, wie du es beschreibst, er sieht sehr gut aus. Du schreibst er braucht mich und ich meine du brauchst ihm, denn solange du diese Rollen innehast, hast du diesen Mann, denn immerhin, er sieht gut aus, du bist dir selber nicht sicher, ob du verliebt bist oder nicht und möchtest ihm eventuell bewusst/unterbewusst auf diese Art und Weise das bieten, was er benötigt.

    Das ist weder falsch noch richtig, sondern etwas das so ist wie es ist. Man befasst sich eben mit dem Menschen den man besonders mag und ist da fuer ihm.Wichtig im Leben, so finde ich, dass man mit dem so wie es ist sich zurecht findet, mit sich selber die Einstellung dazu und den Weg findet.

    LG
    Ritter Omlett
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Dezember 2015
  7. Bright

    Bright Well-Known Member

    Ich bedanke mich für die Antworten. Wenn man mitten drin steckt, sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Sex gibt es zwischen mir und meinem Mann auch noch. Aber, er hat dazu noch eine Neigung entwickelt, der ich nicht folgen kann und wollte. Man entwickelt sich halt über die Jahre weiter. Ansonsten sind mein Mann und ich neben all dem die besten Freunde. Hin und wieder funktioniert es nicht. Er hat mich kennen gelernt, als ich richtig soziale Defizite hatte. 24 Jahre später habe ich einiges dazu gelernt und kann unter Menschen gehen.

    Was ich mir bei ihm wünsche ist einiges. ABER - ich verstehe ihn schon. Wir führen seit 10 Jahren zu allem noch eine Wochenendehe. Ist auch schon schwer genug. Für ihn ist es dann wichtig, wenn er am WE zu Hause ist. Da ich aber für ihn arbeite (also abhängig von ihm bin) - will ich heute - wo ich ein paar soziale Defizite aufgeabeitet habe - unter Menschen kommen. Nur vor dem Fernseher zu hocken ist irgendwo keine richtige Ehe. ABER - wie gesagt, er hat unter der Woche Stress pur - wohnt im Hotel - keine Freizeit - da ist ihm das WE auf dem Sofa wichtig. Gut, daran müssen wir arbeiten.

    Und wenn er nicht mit raus geht, dann muss er damit leben, dass ich nun allein ohne ihn unterwegs bin. Gut, nicht jedes WE - aber hin und wieder.

    So, der andere Mann.

    Wenn ich es verstanden habe, hatte seine Frau ihn vor 3,5 Jahren begonnen zu betrügen. Er hat es erst knapp 12 Monate später mit bekommen. Sein Leben sah damals so aus: Nach Hause kommen, kurz Hallo sagen, ab zum Tennis oder Freunde, sich mit denen unterhalten, um 24.00 Uhr nach Hause, ins Bett, aufstehen, Arbeit und alles von vorn.

    Nachdem sie ihren Lover hatte, war es ihr egal, bzw. sie schätzte es, dass er nicht da war. Hatte sie dann halt Zeit für den anderen Mann.

    Dann entdeckte er es. Kämpfte um sie. Verliebte sich neu in sie. Sie entschied sich für ihn. Eheberatung. Die Frage an sie, auf einer Skala von 0 - 10 wo sie die Ehequalität einschätzte? Ihre Antwort? - 1. Das war für ihn ein Schlag ins Gesicht.

    Also haben sie Paartheraphien. Einzelstunden. Usw. Trotzdem, er zerfleischt sich immer noch. Selbstzweifel usw. Kann ich nachvollziehen. Vor allem, er will Sex mit ihr, sie nicht mit ihm. Aber mit dem anderen wollte sie. Was hat der andere, was er nicht hat? Gut, dass kann nur sie ihm sagen und wenn sie nichts sagen will? Ist es das Problem von den beiden. Sie sollten mal ehrlich sprechen.

    Nun lernte er mich kennen. Und dadurch eine Sexualtät, die er so nicht kannte. Noch nie kennen gelernt hatte. Sex kann zärtlich sein. Eine Nähe erzeugen. Kein bloßes - entschuldigung - Gerammel. Hirnlos usw. Nein, Zärtlichkeit, Intimität, den anderen sehen. Sex als Mittel, dem anderen ganz nah zu sein, weil es näher einfach nicht geht. Lange, zärtlich, leidenschaftlich. Ich erkläre ihm einiges. Auch Fragen, was er evtl. falsch macht, dass seine Frau usw. :)

    Ok, und ich war auch so für ihn da.

    Und ja, ab irgendeinem Punkt fühlte ich mich ausgelaugt. Und das darf nicht sein. Ich gebe gerne und helfe auch gerne. Irgendwo therapiere ich wohl auch gerne. Aber ich denke, es darf nie der Fall sein, dass der eine nur gibt und sich vergibt während der andere nur nimmt.

    Nun in seiner Ehe? Ich könnte ihn .......... (fülltext) ..............

    Und wieder: er arbeitet, telefoniert mit mir, kommt nach Hause, geht zum Sport. Und wieder mein Gefühl, er verfällt in sein altes Muster. Verspricht den Kindern was, was er nicht hält.

    Ob er dafür verantwortlich ist, dass sie trinkt? Er ist ja auch da nicht ohne. Dann wäre sie für sein Trinkverhalten verantwortlich.

    Dieser Mann sollte einfach mal den Mund auftun und Klartext reden, statt nur herumzueiern. Diesen Streit hatten wir gerade aktuell. Er soll sagen, wenn ihm was nicht passt. Wenn er was anderes will. Telefonat möglich oder nicht.

    Statt dessen kommt bei mir: wenn es Dich glücklich macht, das so zu tun. Himmel. Könnte Mann ja mal sagen: Du, wäre schön, wenn es so liefe ............. Hintergrund: Treffen mit einer ganzen Nacht ist geplant - er hat in einer anderen Stadt zu tun. Ok, ich kann mit fahren. ABER - ich nutzte den Tag davor um mir eine andere Stadt in der Nähe anzuschauen. Also ich fahre dann nicht mit ihm hin = er hat ein paar Stunden weniger. Ich merke, ihm passt das nicht. Statt mal zu sagen: schade, ich hätte mich gefreut, wenn wir die ganze Zeit hätten, aber schön, wenn Du das so einrichten kannst, mit der Städtebesichtigung ........kommt von ihm: ja, ist alles klar - und das in einem Tonfall, dem ich anmerke, nö, so ganz klar ist es nicht, weil dieses: wäre schön, Du wärest die ganze Zeit da - aber schön, dass Du Dir die Stadt anschaust - eher der Wahrheit entspricht.

    Also ihm mal erklärt, dass ihm auch nichts aus der Krone fällt, wenn er mal Bedauern äußert, wenn die Frau mal nicht 100 %-ig Zeit für ihn hat. Kleinigkeiten - aber sie wirken.

    Und wenn er jammert, dass

    a) er Familienleben haben will? Dann soll er den Arsch hoch bekommen.
    b) er soll nicht schreien, dass seine Frau einen anderen Biorhytmus hat als er. Himmel. Wenn sie ein Nachtmensch ist, er ein Morgenmensch? Dann hat er damit zu leben, denn sie lebt unter der Woche gegen ihren Rhytmus und genießt das Wochenende wenn sie mal in ihm lebt. Mein Mann ist ein Nachtmensch und ich käme gar nicht auf die Idee als Morgenmensch ihm Vorwürfe zu machen. Wer bin ich denn um das zu tun?
    c) wenn Familie dermaßen wichtig ist, dann kümmert man sich um die Kinder
    d) er ist der Vater und kein Freund und so sollte er sich benehmen. sich dann nicht beschweren, wenn die Frau genervt von der Arbeit am Abend nur noch herumschreit. Er könnte ja auch mal Verantwortung übernehmen
    e) wenn er Familienleben haben will wie miteinander Kochen, oder essen? Dann kann er da mal organisieren und
    f) wenn Morgen- und Nachtmensch zusammen treffen? Es gibt Schnittmengen in der Zeit

    Und so weiter und so fort. Ich frage mich, bei was für einen Eheberater die zwei sind.

    All das habe ich ihm schon um die Ohren gehauen. Und vieles mehr.

    Tja und mein Mann? Ich muss mein eigenes Leben auf die Reihe bekommen. Ich muss es schaffen, von ihm wieder unabhängig zu werden. Bisher bin ich finanziell abhängig. Leider seit 10 Jahren nicht mehr im Berufsleben was einen Wiedereinstieg fast unmöglich macht. Wenn ich unabhängig bin/wäre, dann kann erst die wirkliche ehrliche Entscheidung getroffen werden, wie es weiter geht.

    Dieser andere Mann sieht mich positiver als mein Mann es teilweise tut. ABER - das positive sehen ist irgendwie substanzlos. Trotzdem - nur der Traum, dass ich positiver sein könnte, als ich mich sehe, hat mich etwas weiter gebracht. Ich muss weiter daran arbeiten.

    Also an mir arbeiten, unabhängig werden - dann Entscheidung treffen.

    Was der andere aber weiß? Verließe ich meinen Mann, verließe ich ihn gleich dazu. Denn mit ihm wird es immer nur eine Affäre bleiben. Und wenn ich meinen Mann verließe, wollte ich irgendwann eine andere Beziehung. Und da würde dieser andere Mann einfach stören.

    Und ja, kann sein, dass ich ihm auch das bieten will, was er braucht. Aber das mache ich irgendwie bei jedem Menschen. Ich habe wohl ein kleines Helfersyndrom. :) Normalerweise nicht besonders schlimm, aber hier laugt es mich dann gerade doch aus. Ich helfe Menschen gerne. Nicht nur diesem Mann.

    Ehepartner: nein, ihm war und ist klar, wenn man eine Affäre eingeht, dass immer die Gefahr besteht, dass Gefühle ins Spiel kommen. Seine Affäre kenne ich auch. Ihr hat er auch geholfen.

    Ehepartner und ich müssen auf einer etwas anderen Ebene mal etwas klären. Zumindest ist mir mein Mann noch so wichtig, dass wir Dinge noch klären wollen.

    Danke für den Gedankenimput. Klärt einiges. :)
     
  8. Bright

    Bright Well-Known Member

    PS. ich befürchte auch, dass sich der Mann nicht ändern wird. Wenn er so weiter macht, fährt er seine Ehe nun bald wirklich gegen den nächsten Baum. Ende und Aus!

    Er ist der netteste, zärtlichste, sanfteste Mann den ich kenne. Aber so ein Voll......t. Ein Schwätzer vor dem Herrn. Unstrukturiert wie sonst nichts. Unter Strom und schafft, weil er so unstrukturiert ist, einfach nichts. Kommt mehr in den Stress und alles beginnt von vorn. Seine Frau müsste ihn für 10 Minuten am Tag - ich nenne es mal einfach erden - also erden. Ihn zu Ruhe bringen. Man schafft es. Dann ist er ausgeglichener und sturkturierter. Man darf ihn auch anschreien, wenn man der Meinung ist, er baut gerade wieder Dummfug und er sollte sich beruhigen, damit er was auf die Reihe bekommt. Wenn er ruhig ist, dann ist er effektiver.

    Wer mit ihm verheiratet ist, muss stark sein und Nerven wie Drahtseile haben. Und immer und immer wieder einfordern, was man will. Denke mal, es gibt Menschen, die einfach so sind. Sie sind nicht böse, schlecht oder sonst was. Sie sind einfach so.

    Aber irgendwie schon zum totlachen, dass ich als seien Affäre für seine Frau eintrete und ihm die Meinung geige, dass er alles falsch macht.

    Was macht dieser Eheberater? Das müsste dessen Job sein. Oder der Mann hört einfach nicht.

    Ja, die Frau tut mir leid. Seine Kinder aber noch mehr.

    Ich kann relativ einfach gehen, oder sagen, wir sprechen uns erst im neuen Jahr, wenn es mir zu viel wird. Eine Ehe sieht anders aus. Ok, bin ich froh, dass ich nicht seine Frau bin.
     
  9. Bright

    Bright Well-Known Member

    Ach ja, einen Neurologen muss ich mir aktuell suchen. Nun jemanden im Netz gefunden, der auch Psychotherapheut ist. Mal sehen.

    Dieser Mann hatte mir geholfen, weil ich mich mal durch seine Augen sah. Und dieser Mensch war positiver als der Mensch, den ich durch meine Augen sehe. Dieses bisschen half schon.

    Neurologe - irgendwie kann ich mich seit ein paar Monaten nicht mehr riechen. Bzw. ich rieche mich zu sehr. Ist ganz komisch. Ich finde, ich rieche irgendwie nach Zwiebeln und dann schmecke ich bei allen Speisen auch diesen Zwiebelgeschmack. Hautarzt findet nichts. Sensorisch ist nichts auffällig. Ich stinke also wirklich nicht, obwohl ich glaube, dass ich es tue. Und das schon kaum dass ich aus der Dusche raus bin. Also Neurologe. Kann sein, dass ich sensorisch empfindlich geworden bin. Vor allem, dass sich der Geschmack dem riechen angepasst hat. Hat mit diesem Thema nur wegen Psychotherapheuten zu tun. Ich denke über eine Verhaltenstheraphie nach. Schauen, ob ich da irgendwie einen Termin bekomme.

    Wie mein Leben weiter geht, kann ich nur wirklich entscheiden, wenn ich unabhängig bin. Dann erst kann man frei entscheiden. Denke ich. Und richtig unglücklich bin ich ja auch nicht. Nur nicht richtig glücklich. Hat aber auch mit dem Thema zu tun, dass ich abhängig bin.

    Ist das Leben kompliziert. :)
     
  10. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Ja, das Leben ist kompliziert. Also dein Leben, meine ich.

    Aber ich habe den Eindruck, oberflächlich betrachtet, gefällt dir das auch so.

    Du wirst gebraucht, du hörst zu und gibst Ratschläge. Dafür wirst du mit Sex und vermeintlicher Nähe entlohnt.

    Sieht nur zu, dass du nicht auf der Strecke bleibst, denn die familiären Probleme deines Lovers gehen dich doch gar nichts an. Was hast du davon,wenn du darüber auch nur nachdenkst? Wozu soll das gut sein? Der Mann bezahlt einen Therapeuten, der sich kümmert.
     
    pisces und Spätzin gefällt das.
  11. Bright

    Bright Well-Known Member

    Ein frohes Neues Jahr allen. :)

    Danke für die Antworten. Sie haben mir sehr geholfen.

    Ich denke mal, es ist einfacher, als es sich liest. Zumindest was die Affäre betrifft. Das Zauberwort dürfte wohl eher Egoismus heißen. D. h. also auch eine Prise mehr Egoismus von mir.

    Bei einer Partnerschaft sieht es anders aus. Auch wenn es Parallelen gibt. Eine Beziehung ist beides, denn nach meiner Definition ist eine Beziehung immer dort, wo zwei Menschen in Kontakt miteinander treten.

    Habe ihm noch zum Jahreswechsel eine von mir empfundene Wahrheit an den Kopf geknallt. Diese ist für mich schlimmer als mein Helfersyndrom. Ich meine, wie sehr ich helfen will, kann ich steuern. Zudem ich irgendwie jedem Menschen helfen will.

    ABER - ein Mensch, der nur labert? Und das tut er. Nicht nur mir gegenüber, sondern m. M. n. auch seiner Frau und seinen Kindern? Das kann man als Person nicht steuern. Meiner Meinung nach ist auch so seine Frau weggebrochen, weil er nur labert und im Grunde nie da war. Hohle Worte ohne Substanz. Und m. M. n. hat er es so geschafft, seine Ehe über die Zeit zu ruinieren. Er war einfach für sie nicht da. Er redet von Familie, Zusammenhalt usw. und nimmt sich aus der Gleichung. Mir hat er Dinge versprochen und hält sie nicht.

    Gut, dann ist er so. ABER - ich muss, wenn ich bleiben möchte, einen Weg finden, damit zurecht zu kommen, und nicht verletzt zu werden. Mit dieser Meinung über ihn muss er nun auch zurecht kommen. Er weiß, dass er dadurch sehr viel von mir verloren hat. Er weiß nun auch, dass ich davon überzeugt bin, dass er so seine Frau verloren hat, seine Kinder verlieren wird, und wahrscheinlich letztendlich seine Ehe zerstören wird. Nicht mein Problem. Ich wollte ihm nur zeigen, was ich glaube, was für ein Mensch er u. a. auch ist.

    Er muss damit leben, dass ich ihm nichts glaube was er von sich gibt an Versprechen. Ich bin nicht seine Frau.

    Und letztendlich werde ich wohl einen Weg finden, nur das positive zu nehmen.

    Nähe? Bezweifle ich, dass ich die wirklich bekomme.

    Also, doch einfacher als gedacht. Bin nur mal gespannt, wie er mit dieser ehrlichen Meinung von mir über sich zurecht kommt. Ob er sich überhaupt noch meldet. Und ehrlich? Er hat sehr viel zerstört. Und ich bin froh, nicht seine Frau zu sein.

    So, nochmals danke für die Rückmeldungen. Sie haben mir auch gezeigt, dass ich mir nicht alles einbilde. Danke.
     
  12. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Ich will Dir nicht zu Nahe treten, aber fuer mich liest sich das alles ein bisschen... ich weiss nicht... Kindergarten?

    Im anderen Strang schreibst Du Sex ist leicht zu haben, was machst Du denn dann noch mit diesem Typ rum, anstatt Dir einen anderen zu suchen?

    Verstehe ich nicht. Ich denke auch dieses *Helfersyndrom*, Du stellst Dich ueber die anderen Menschen, Du denkst Du hast es besser im Griff als sie und versuchst die Ehe zu retten, (warum?) ihm zu helfen ein besserer Mensch zu werden... ich finde das etwas uebergriffig.

    Ich wuensche Dir alles Gute, freut mich, dass es jetzt doch einfacher erscheint als zuerst gedacht.
    Alles Liebe
    cloudlight
     
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  13. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Als Geliebte die Ehe des Liebhabers retten zu wollen, finde ich nicht nur vermessen,sondern auch aussichtslos.
     
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  14. Seschat

    Seschat Active Member

    Hallo Bright

    Nun lese ich deine Gedanken und frage mich, ob dir klar ist, welche Rolle du in dem Gefüge einnimmst.
    Du quälst dich durch einen Wirrwarr von Gefühlen und kannst dich nicht separieren.

    Und was hat das mit dir zu tun, bzw. was möchtest du daran ändern? Wo ist deine Rolle in dem Spiel, bist du die Retterin?

    Hört sich für mich so an, als wenn du die heimliche "Verbündete" seiner Frau bist?

    Hier hast du es also erkannt. Meine Gedanken dazu sind, ich finde es ganz schlimm, wenn solche Indiskretionen von Ehepartnern begannen wird und intimste Dinge auf der Bettkante mit jemand anderem geteilt wird. Distanziere dich doch von sowas, sage ihm, dass du nicht sein Mülleimer bist und lass dich nicht in Konkurrenz zu seiner Frau bringen.
    D a s will der Mann, er spielt euch gegeneinander aus.

    Nur das die Ehefrau keine Chance hat sich zu behaupten. Alles andere weißt du nicht, ob das stimmt.

    Auch hier bist du in Konkurrenz zum Eheberater. Du weißt doch gar nicht, was dein Liebhaber dort erzählt und ob alles so der Wahrheit entspricht, wie er es dir erzählt, denke mal darüber nach.

    Aber seine Liebhaberin, dann musst du dir auch leidtun, so wie das läuft, du identifizierst dich mit der Frau.
    Entweder du genießt diese Liaison und lässt dich nicht in den Alltag von zwei Menschen reinziehen, oder du bist derer Katalysator. Das Aufwachen (aus so einer Rolle) kann sehr schmerzhaft sein.

    Sein (psychologischer) Auftrag an dich lauter: ´sei meine Bundesgenossin und schimpft mit mir über meine Frau´ oder ´sein mein Mülleimer, ich rede mich jetzt frei damit ich wieder in meinen Alltag tauchen kann`.

    Wenn du aus dieser Märchenstunde aufwachst bemerkst du, dass ihr beide euch nur instrumentalisiert habt.

    Dann musst du die Eingangsfrage neu stellen: `Was macht diese Frau (also Du) in diesem Spiel´?

    Ich wünsche dir gute Erkenntnisse und Entscheidungskraft!

    Seschat
     
    cloudlight gefällt das.
  15. Bright

    Bright Well-Known Member

    An Alle - danke für die Antworten.

    Ich muss mal etwas meine Gedanken sortieren.

    Helfen - nein, ich helfe nicht, damit ich mich als besserer Mensch fühle. Gestern gab es ein Gespräch dazu mit meinem Mann - welches mich richtig mit nahm. Tangiert diese "Beziehung" am Rande, weil es eine zwischenmenschichliche Beziehung ist.

    Laut meinem Mann habe ich zu hohe moralische Ansprüche an die Menschen. Ich z. B. rede nie um des reinen Redens willen. Wenn ich jemand meine Freundschaft anbiete, dann bin ich der Freund. Sage ich jemanden, ich bin für ihn da, dann bin ich es auch mit allem, was ich habe. Sage ich meine Hilfe zu, dann bin ich es auch.

    Und weil ich so bin, weil ich nie schwätze, nicht labere, nichts verspreche, was ich nicht ernst meine - glaube ich immer, dass andere genau so sind.

    Und nun kommt Meinung von Ehemann:

    Die Menschen seien egoistisch. Die meisten laberten nur, versprächen Dinge, die sie eh nie hielten. Und ich versuchte meine hohen moralischen Ansprüchen diesen Menschen aufzuprägen, was natürlich nicht klappt. Die anderen Menschen lügen sich an, lügen andere an, betrügen sich, sind egoistisch usw. usw. usw. Das müsste ich akzeptieren, dann käme ich zurecht. Aber wenn ich erwarte, dass jeder Mensch ist wie ich, dann würde ich nur verletzt werden. Enttäuscht.

    Danach war bei mir erst mal Sendepause. Ich weiß nicht, wie zynisch dieser Gedankengang ist. Ich habe soziale Defizite = wenig soziale Kontakte. Kommt von meiner Kindheit her. Ich versuche an mir zu arbeiten. Was ich festgestellt habe ist: ich weiß nie, wann ich zu viel von einem Menschen erwarte. Ich weiß es nicht. Und das führt dazu, dass ich verletzt und enttäuscht werde.

    Aber, in einer Welt, in der Menschen so sein sollten, kann ich so, wie ich heute bin, nicht leben. Ich weiß auch nicht, ob ich in einer solchen Welt leben will. Wie können Menschen so leben? Wie leben, wenn sie keinem Wort des anderen trauen können?

    Also doch Therapeut für mich, damit ich hier irgendwie zurecht komme. Damit ich lerne in dieser Welt zu überleben. Wie ich heute bin schaffe ich es nicht. Dann klappt nicht mal eine einfache Freundschaft, weil ich zu viel erwarte.

    So, dann kommen wir mal auf dieses Thema zurück. Dieser Mann hat sehr viel versprochen. Laut meinem Mann versprechen alle Menschen alles und halten nichts. Ok, wenn Worte nicht zählen, muss sich der Mensch an Taten messen lassen. Auch dieser Mann. Und an Taten? Er hat mir alles versprochen und kaum was gehalten. Normal sicherlich, wenn es nach der Aussage meines Mannes geht. Dann ist dieser Mann normal und ich nur enttäuscht weil er meinen hohen Moralvorstellungen nicht entspricht.

    Seine Taten sprachen aber auch davon, dass ich ihm wenn ich Not hatte, egal war. Er wollte mir mal zeigen, wie er mich sieht. Was kam? Allgemeinplätze: Du bist was Besonderes und verdienst nur das Beste.

    Was hatte ich von ihm erwartet nachdem er mir seine Hilfe angeboten hatte? Er ist ein Mensch. Ein Mensch, der mir angeboten hatte, für mich da zu sein. Mir zu helfen. Ich wusste schon, dass ich zuviel erwarte und daher verletzt werde. Ich kann es aber nicht unterscheiden, ab wann ich zuviel erwarte. Daher hatte ich ihn mal gebeten, mir Grenzen aufzuzeigen, damit ich lernen kann. Halt durch zwischenmenschliche Aktion. Und auch, da er im Gegenteil zu meinem Mann massenkompatibel ist, und mich in Aktion mit anderen Menschen sah, ob meine Gefühle, wie ich ankomme, den seinigen entsprechen. Tja, es kam: Du bist was besonderes und verdienst nur das Beste.

    Dann das mit dem nicht da sein, als ich mal krank war. Ich meine nicht mal eine Mail mit Gute Besserung.

    Wenn Worte nichts zählen in dieser Welt, muss sich der Mensch nach den Taten richten lassen. Und von ihm kam nichts an Taten. Von daher denke ich darf ich verletzt sein, enttäuscht sein.

    Ich hatte ihm in den letzten Tagen auch noch geschrieben, dass er letztendlich nur redet und redet und redet. Wenn er Familienzeit haben will, Zeit mit seinen Kindern, usw. usw. dann muss er was tun. Das liegt in seiner Entscheidung, nicht in meiner. Wenn jemand was fordern dürfte, dann seine Frau und die Kinder. Ich nähme mich nun da aus der Diskussion raus. Er sollte das auch mal mit dem Therapeuten besprechen. Aber, wenn er sich wohl nicht ändert, verlöre er seine Frau wohl noch einmal, wie er mich gerade zu 99,9 % verloren hat.

    Und auch etwas schrieb ich und zwar, dass ich es seiner Frau gegenüber unfair finde, wenn er mir gegenüber über sie herzieht. Bzw. sich teilweise sehr negativ äußert. Einfach, weil sie sich nicht wehren kann. Ich kenne nur seine Sicht der Dinge, nicht ihre. Und das ist absolut nicht fair.

    Verbündete der Frau? Auch wenn ich diesen Mann sehr mag, ich kenne seine Fehler. Und ich weiß auch, wenn er seine Kinder verliert, wird er am Boden zerstört sein. Seine Frau? Ich weiß es nicht. Aber alles führt über diese Beziehung. Was bringt es mir, wenn ich nicht meine Meinung sage? Und zu häufig muss ich aus meiner Position seiner Frau recht geben.

    Letztendlich - was bringt mir ein Mann, der nur redet und redet - alles verspricht und letztendlich nichts einhält und nicht da ist? Nichts. Nicht so, wie ich zurzeit bin. Nicht als der Mensch, der ich bin.

    Nehme ich meinen Mann, ist dieser andere Mann normal. Er entspricht dem, wie die Menschen sind. Eogisten, die lügen, die viel versprechen und nichts halten und zudem nur labern. Dieser Mann ist auf dieser Skala sehr weit außen. Wir sind von unserem Charakter dann so weit entfernt wie Sonne und Mond. Nein, keine Wertvorstellung. Ich habe alles geglaubt, weil ich glauben wollte. Weil ich Hoffnung hatte. Und er war einfach er. Das konnte nur zur Enttäuschung führen.

    Wie auch immer, ich habe gestern mit ihm Schluss gemacht. Einfach, weil ich so wie ich bin mit jemanden wie ihm keine Beziehung haben kann. Es wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich es schaffe, meine Moralvorstellungen anderen nicht aufzupropfen. Oder davon auszugehen, dass jeder so ist wie ich. Nicht labern, Versprechungen einzuhalten, nicht egoistisch zu sein. Aber da ich das zurzeit noch nicht kann, werde ich scheitern. Er wird sich nicht ändern können, weil er ist wie er ist.

    Ich aber muss mich ändern, damit ich in dieser Welt überhaupt eine Chance habe. Wenn ich das nicht schaffe, werden alle zwischen Menschlichen Beziehungen genau so enden wie das hier. Mit einer Verletzung für mich. Ich werde mich wieder zurück ziehen und keine sozialen Kontakte pflegen.
     

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