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Was will seine Ex?

Dieses Thema im Forum "Eifersucht" wurde erstellt von Blumenfreundin, 18 August 2014.

  1. Bubble

    Bubble Well-Known Member

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    Hallo Clara!

    Es wäre doch aber eine Gelegenheit Dinge zu erklären und zum Verständnis beizutragen. Oder nicht? Wir Menschen reagieren ja oft kritisch auf Dinge, die wir nicht kennen, oder verstehen.

    Hey Christina!

    Danke für deine Antwort!

    Irgendwie verstehe ich es immer noch nicht ... vielleicht hänge ich gerade auch einfach nur für mich in meinem Verständnis von Ursache und Wirkung fest.

    Die Suche in der Vergangenheit erklärt dann zwar warum man etwas macht, aber in wie weit hilft das bei der Problemlösung? Bei welchen Problemen kann eine Familienaufstellung helfen? Auch bei persönlichen Verhaltensweisen, oder wie in deinem Fall, bei unterdrückten Emotionen? Ist diese Methode eher universell, oder doch eher speziell einsetzbar?

    Ah ... der Beschreibung zum wissenden Feld nach, passt dies zur Aussage "Raum ist Information".

    Für mich wirkt Ursache und Wirkung in eine andere Richtung, weswegen ich vermutlich das Thema Familienaufstellung nicht richtig verstehe.

    Meinem Verständnis nach, wird einem auch heute noch ein "Überleben" antrainiert - was für mich durch Familie und Umfeld geschieht - bei uns aber eher subtil, weil Überleben durch Erfolg, Anerkennung, Geld, usw. definiert wird.
    Eine Suggestion/Unterteilung in Gut und Schlecht, soll uns dabei helfen dieses Überleben zu sichern. So suchen wir für unser Umfeld Menschen, die unser modernes "Überleben" sichern - zum Großteil vermutlich unterbewusst.

    Wenn sich das Umfeld dann ändert, gewisse Verhaltensweisen nicht weiter funktionieren bzw. zur Unzufriedenheit führen, entsteht das Bedürfnis, die Situation wieder in die "richtigen" Bahn zu lenken. Je nach dem, wo man das "Falsche" sieht, versucht man dann sich, oder sein Umfeld anzupassen.
    Zumindest verstehe ich es so.

    Wobei kann denn Familienaufstellung nun helfen und angewandt werden? Sprich: Wo liegen die Grenzen bzw. Möglichkeiten einer Familienaufstellung?

    Vielen Dank für die bisherige Antwort :)

    Lieben Gruß
    Sebastian
     
  2. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Hallo Sebastian,

    ja, kritisches Nachfragen finde ich sehr wichtig. Das ist halt unbequem und nicht jeder kann damit umgehen.

    Ich bin eben kein gläubiger Mensch. Und wir Ungläubigen sind eben nicht "offen" für all die Dinge zwischen Himmel und Erde, die da sind, die wir aber nicht sehen können.

    Da frage ich mich jedoch nur eines: was ist schlimmer, der bedingungslose Glaube an eine Sache oder das kritische Hinterfragen, auch wenn es unbequem ist? Nerviger ist auf alle Fälle das Letztere, besonders wenn die Gefragten keine Antworten haben, die belegbar sind.

    Ich schrieb ja schon, dass die sog. Familienaufstellung, im Rahmen einer Psychotherapie und als Diagnosehilfe, ein wertvolles Element sein kann. Da stimme ich zu. So ist sie eigentlich gedacht und so wird sie von Psychologen/Psychiatern angewendet - bei Bedarf.

    Daher verstehe ich die These der Auflösung immer noch nicht. Wenn ich mithilfe einer Familienaufstellung eine bestimmte Problematik erkannt habe, aus der sich eventuell eine psychische Erkrankung bei mir entwickelt hat, wie kann ich dieses Problem so einfach auflösen? Was ist, wenn ich schwer depressiv bin? Bin ich nach der Auflösung dann nicht mehr depressiv, wenn ich erkannt habe, dass bestimmte Verhaltensweisen in meiner Familie dahin führten?

    Wer übernimmt die Verantwortung, wenn mir nach einem Familienstellen, so wie Druide es versteht, danach ist, mir das Leben zu nehmen?
     
  3. Bubble

    Bubble Well-Known Member

    Hallo Clara!

    Kann man überhaupt "nicht glauben"?

    Für mich ist es wie beim Essen ... auf eine ausgewogene Ernährung kommt es an. Wer nicht glauben kann oder möchte, dem fehlt es eventuell an Zielen, Träumen und Motivation. Wer nicht kritisch hinterfragt, nimmt viele Dinge vielleicht nur an, ohne sie zu verstehen. Beides kann kontraproduktiv sein.

    Für mich schließen sich Glaube und Wissenschaft nicht zwangsläufig aus, sondern bilden unterschiedliche Herangehensweisen um das Leben an sich, oder in Teilen, zu verstehen.

    Vielleicht nicht ganz das passende Beispiel, aber wenn zum Beispiel ein Reifen Luft verliert, so muss man erst das Loch finden und es flicken, um zu verhindern, dass der Reifen ständig platt ist. Würde für mich zumindest einen Sinn ergeben.

    Aber wie schon geschrieben ist mir nicht klar, wann man eine Familienaufstellung genau anwenden kann bzw. sollte. Auch nicht, ob die genetische Komponente eine Rolle spielt: Würden die Probleme auch familiär ableitbar sein, wenn man als Adoptivkind aufwächst? Würde dann die Familienaufstellung mit den leiblichen oder mit den Adoptiveltern gemacht?

    Letztendlich du selbst, wenn du dir wirklich das Leben nimmst ... zumindest trägst du die Konsequenzen deiner Entscheidung.

    Gruß
    Sebastian
     
  4. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Natürlich trage ich selber die Verantwortung, wenn ich mich umbringe. Das ist mir schon klar.

    So ist auch sicherlich die rechtliche Aspekt zu sehen. Der Therapeut ist nicht verantwortlich, wenn ich mich nach einem Familienstellen umbringe. Es ist ja schließlich mein Risiko, wenn ich trotz meiner schweren Depressionserkrankung an einem Familienstellen teilnehme.

    Bin ich aber mit einem Depressionsschub überhaupt in der Lage zu erkennen, ob es gut für mich ist, was ich u. U. bei einem Familienstellen erlebe? Ist nicht auch der Therapeut in der Verantwortung, wenn er mich wider besseren Wissens (oder schlimmer noch ohne fundiertes Wissen) nach einer Auflösung nach Hause entlässt?

    Mit bedingungslosem Glauben meine ich die Hinwendung zu einer Sache/Institution, die ich nicht weiter hinterfrage. Kritisches Hinterfragen und diese Art des Glaubens schließen sich für mich aus.

    Ja, das Beispiel mit dem Adoptivkind finde ich auch interessant. Was ein Familienstellen mit einem Loch im Reifen zu tun haben soll, erschließt sich mir allerdings nicht. Bei einem Familienstellen geht es um Menschen, nicht um Gummi.
     
  5. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    ReHi Sebastian,

    Schaun ma mal ;-)

    Bei einem akut verletzten Knie hilfts nicht wirklich - aber eben, wenn ich mich dauernd verletze, könnte es mir Ursachen aufzeigen, die eigntlich nichts mit mir zu tun haben :)

    Ich erzähl dir ein typisches persönliches Beispiel - ich bin ja 3x geschieden - hatte immer wieder mal Lover zwischendurch - obwohl ich eigentlich "ne treue Seele" wäre - also in meiner ureigensten Sichtweise von mir selbst. Und ich hab nie jemanden wirklich nahe an mich ran gelassen - also jetzt emotional.

    Und dann war ich Repräsentantin bei einem Aufstellungswochenende - also nicht Klientin - eigentlich nur Statistin - und kippte in (m)ein Thema - dass ich den Aufstellungsleiter bat, mich zusätzlich als Klientin rein zu nehmen.

    Es stellte Repräsentanten für meine Eltern auf - und mich - gleich selbst - weil eh selbst auch Aufstellungsleiterin mit einiger Erfahrung :) Und als wir alle drei da standen, meinte er, da fehlt wer - und holte einen schmächtigen jungen Mann ins Bild - und der Repräsentant meines Vater - genauso stämmig wie dieser - wich vor dem jungen schmächtigen Mann zurück - aber das löste viel auf in meinem Leben - weil dieser "Junge" war der Stellvertrete meines Stiefbruders, von dem ich erst kurz vorher erfahren hatte, dass es ihn vielleicht geben könnte.

    Nur im Leben meines Vaters war er ein nachhaltiges Thema - es war seine Schuld - es war das, wo er sich schuldig gemacht hatte - und wo er nicht hinschauen wollte - was er Zeit seines Lebens verdrängt hat.

    Da kommen wir jetzt sozusagen zur Basis von Familienaufstellungen - sie helfen immer dann, wenn es irgendwo in der Vergangenheit etwas gibt, was verdrängt wird - was nicht gesehen wird - dann tritt sozusagen eine Familienseele in Kraft, die dieses Verschulden an die Öffentlichkeit bringt - imer und immer wieder - und alleine, wenn irgend wer aus dem System bewusst drauf hinschaut - und diesem Mensche einen Platz in seinem Herzen gibt, dann kann und darf es erlöst sein.

    Es wird niemanden etwas umgehängt oder über gestülpt - sondern manche Menschen haben es sich zur Aufgabe gemacht, derartiges zu übernehmen - entweder, an der Schuld zu ersticken - oder sie zu erlösen.

    Mein Vater hatte 1947 eine Frau geschwängert - und ihr dann gesagt, sie solle das Kind wegmachen lassen - sie ist nach Tirol "ausgewandert" und er hat bis zu seinem Tod nicht erfahren, ob dieses Kind geboren wurde. Ich habe zu seinem 85. Geburtstag davon erfahren - zufällig und/oder irrtümlich - auf jeden Fall kurz vor dieser meine Aufstellung.

    Und ich hatte damals meinen Vater gefragt, wenn das Kind auf die Welt gekommen wäre, was wäre es gewesen? Und er antwortete spontan "na ein Sohn selbstverständlich" - merkst du was?

    Ich hatte mit 42 so einen Flash von wegen - ich wollte meinem Vater immer ein guter Sohn sein - von Verstand her wars auch klar, dass das nicht geht - und zu dem Zeitpunkt damals wusste ich auch noch nichts von "seinem Sohn" - aber ich spürte es zum ersten Mal bewusst, dass ich das Leben eines Sohnes lebte - seines.

    Ich hab unbewusst die Position meines Bruders mit gelebt - war nie frei - konnte mich nie selbst verwirklichen, weil ich immer irgendwie auch eben diesen Anteil in mir fühlte. Nein, ich gebe meinem Vater keine Schuld, dass ich fast 50 Jahre meines Lebens versch....en hab, indem ich sein Sohn sein wollte - ich weiß, dass ich mirs selbst ausgesucht habe - dass ich genau in diese Familie geboren wurde, um diese Erfahrung zu machen.

    Und es war für mich voll schön und befreiend - damals in der Aufstellung - als der Aufstellungsleiter meinte, die Geschichte zwischen den beiden Männern ist deren Sache - das geht mich nichts an - für mich ist wichtig, was ich mit diesem jungen Mann zu tun habe - und ich lag - gefühlt stundenlang - in den Armen dieses Mannes - ließ mich vom Stellvertreter meines grossen Bruders halten - und gab ihm sein Leben zurück.

    Ich versprach ihm, das Beste aus meinem Leben zu machen - auch ihm zur Ehre und zum Andenken - und er hat seither einen Platz in meinem Herzen - aus zwei Stiefbrüdern mütterlicherseits wurden 3 - und ich hab meinen neuen Platz eingenommen - und bin heim gefahren in dem Wissen, jetzt endlich als Frau zur Verfügung zu stehen - nicht mehr gebunden zu sein, das Leben meines Bruders mit zu leben.

    Achja - Lover - ich hatte jahrelang "MitLeid" mit meinem Vater, weil er sich geopfert hatte, einer geschiedenen Frau mit 2 Kindern ein Heim zu bieten und sie zu heiraten - bis ich drauf kam, dass er schuld war an ihrer Scheidung - weil ihm sein bester Freund dabei erwischt hat, wie er mit seiner Frau v...... - seither stehe auch ich zu dem, was mir wichtig ist.

    Noch etwas drittes in dem Zusammenhang - im Laufe der Jahre begann ich, meine Mutter abgrundtief zu hassen - ich mein, sie ist jetzt nicht wirklich das, was man sich unter einer liebevollen Mutter vorstellen würde - aber mir schien mein Hass nicht angemessen - bis zu dem Outing meines Vaters von wegen Sohn und so - was mir damals schlagartig bewusst wurde - ich lebte den Hass dieser Frau auf meine Mutter aus - oder nach- oder wie auch immer.

    Weil sie durfte das Kind nicht bekommen - aus Sicht meines Vaters - und dann nahm er sich eine - und schwängerte die - und ich, das Produkt dieser Aktion - begann, den Hass der Exfreundin meines Vaters - auf ihn - aber noch mehr auf meine Mutter - aus zu leben - ohne zu wissen, warum - und auch das konnte einfach dadurch aufgelöst werden, indem ich es mir bewusst machte.

    Ich leibe mein Mutter trotzdem nicht - aber jetzt ist es angemessen im Verhältnis dazu, was ich durch sie erlernen durfte/musste ;-)

    Auf jeden Fall

    Eher speziell - ich setze sie dann ein, wenn ich für mich das Gefühl habe, dass es ne systemische Ursache geben könnte

    Sie kann kein angeschlagenens Knie heilen - sie kann aber ev verhindern, dass du noch 100 x hinfällst ,-)
     
    pisces gefällt das.
  6. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

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    Ein guter Aufstellungsleiter würde nie mit einer diagnostiziert depressiven Person arbeiten - weil wenn ich der helfen würde, den Grund für ihre Depression weg zu nehmen - oder auf zu lösen - würde sie dann vielleicht noch weniger Lebenssinn sehen - und eben in noch tiefere Depression verfallen.

    Auf der anderen Seite kann es natürlich auch sein, das diese Depression gar nicht aus dieser Person selbst kommt - sondern eben von irgend wem übernommen wurde - dann könnte es sein, dass sich diese Person auf einmal voll gut und frei fühlt - weil sie die Depression dort hin zurück gegeben hat, woher sie sie vorher genommen hatte - unbewusst - aus manchmal übertriebener Liebe zu den Vorfahren.

    Derjenige, der die Verantwortung dafür übernimmt, dass du als depressiver Mensch zu einer Familienaufstellung gehst - derjenige, der der einzige Mensch ist, der für dein Leben eine Verantwortung übernehmen kann und darf - DU.
     
  7. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Kommt drauf an - Fakt ist, die leiblichen Eltern sind die leiblichen Eltern - und auch, wenn sie sich nie um das Kind gekümmert haben - aus welchen Gründen auch immer - müssen sie immer in irgend einer Form berücksichtigt werden - wenn die Klientin oder der Klient weiß, dass sie/er adoptiert wurde, machts oft Sinn, von Beginn an beide Elternteile auf zu stellen.

    Wenn ich das mit der Genetik jetzt richtig verstehe, was du meinst, dann ist es auch nicht immer eindeutig - weil wenn das Kind adoptiert wurde, um eine Familiengeschichte fort zu führen, kann sehr wohl auch die Ahnenreihe der Adoptiveltern irgendwie "greifen" - normalerweise gehts da aber trotzdem meist um die Familiengeschichten der leiblichen Elternteile.
     
  8. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Danke für die Antwort, liebe Chris.Tina.

    Und weil ich für mein eigenes Leben verantwortlich bin, würde ich ein Familienstellen nicht für mich in Anspruch nehmen.
    Dafür hänge ich einfach viel zu sehr an meinem Leben. Ich bin depressiv und gehe lieber zu einem Psychologen.

    Meine Depressionen haben einen Grund/Auslöser, den ich kenne. Der kann mir nicht weggenommen werden. Ich lerne ihn zu verarbeiten in einer Therapie. Aber er wird immer da sein.

    Es gibt allerdings Menschen, die krank und nicht immer Herr/Frau über ihre fünf Sinne sind. Ich kenne einen jungen Mann, der schon ein paar Male bei einem Familienstellen nach Bert Hellinger war. Er ist depressiv und leidet außerdem an einer Zwangserkrankung. Es wäre schön, wenn die Aufstellungsleiter so verantwortungsvoll wären, dieses zu erkennen.

    Du schreibst in deiner ausführlichen Antwort an Sebastian wie sich die Dinge zueinander verhalten, doch das Warum fehlt mir da. Warum ist es so, dass ein dauernd verletztes Knie etwas mit der Familie zu tun hat (um bei dem Beispiel zu bleiben)?

    Das ist es einfach, was ich gerne wüsste.
     
  9. Bubble

    Bubble Well-Known Member

    Danke für deine ausführliche Antwort Christina!

    Zumindest glaube ich es jetzt etwas besser verstanden zu haben! Das Einzige was mir nicht ganz klar geworden ist, warum du den Hass der Affäre deines Vaters übernommen hast. Ihr habt euch doch nie gesehen, oder sehe ich das falsch? Alles andere konnte ich für mich sogar ohne den Aspekt einer Seele herleiten. Aber das ist dann vermutlich genau die Sache mit dem wissenden Feld, oder!? Dann wäre es zumindest wieder für mich schlüssig.

    Hierzu möchte ich ein paar Gedanken äußern.
    Ein Arzt oder Therapeut sollte auf jeden Fall Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Jeder Mensch sollte Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

    Seit meinem Tinnitus habe ich ein eher negatives Verhältnis gegenüber Ärzten entwickelt. Warum? Weil man mir gesagt hat: Wenn sie damit Leben können war es das jetzt. Zwei Ärzte die sich nicht mal kannten, haben sich keine Mühe gemacht weiter nach den Ursachen zu suchen, was sogar für mich hätte tödlich ausgehen können (mangelnde Durchblutung/Gefäßverengung/etc.). Dies wurde nie überprüft und ausgeschlossen. Sie hätten noch mehr machen können, haben es aber nicht ... schließlich lebe ich ja noch, wenn auch etwas unbequemer. Ist das verantwortungsvolles Handeln?

    Die Schulmedizin ist vielleicht allgemein akzeptiert, aber ist sie auch verantwortungsvoll? Ist eine Sache "richtiger" als andere, weil sie mehr Anhänger findet?

    Ich bin bestimmt nicht der einzige Mensch der so denkt, auch du durftest mit deinem Krebs schon entsprechende Erfahrungen machen. Jedoch habe ich für mich die Entscheidung getroffen, mir zumindest mit "alternativen" Methoden die Hoffnung zu bewahren. Deswegen betrachte ich wohl die Schulmedizin ein wenig kritischer als alternative Heilmethoden.

    Was für mich ein wichtiger Aspekt ist: Mir scheinen Menschen, die im Bereich alternativer Heilmethoden tätig sind, im Allgemeinen sehr viel engagierter zu sein, als Ärzte der Schulmedizin. Sie stehen mit dem Herzen hinter dem was sie tun, was für mich persönlich ein wichtiger Aspekt ist, jemanden meine körperliche oder psychische Gesundheit anzuvertrauen.

    Liebe Grüße
    Sebastian
     
  10. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Bei meinem Tumor handelte es sich, zu meinem großen Glück, nicht um einen malignen Tumor, sondern um einen semi-gutartigen Riesenzelltumor. Wäre ich an einem Knochenkrebs, von dieser Größe erkrankt gewesen, würde ich hier heute ganz sicherlich nicht schreiben. Das hätte ich nicht überleben können.

    Auch durfte ich die Erfahrungen nicht machen, ich musste. Gerne hätte ich darauf verzichtet.

    Ich habe, wie ich schon einmal schreib, zwei meiner Ärzte, auf Schmerzensgeld verklagt, weil sie mich falsch behandelten. Sie mussten letztendlich die Verantwortung übernehmen und für ihre Fehler einstehen. In der einzigen Form, in der sie zur Rechenschaft gezogen werden konnten, durch ihre Arzthaftpflichtversicherung. Eine Heilerin hat mir einmal geraten, ich solle mir mein Bein amputieren lassen, dann wäre ich all meine Probleme los. Manche Körperteile wären einfach nur Hemmnisse, die wir von uns werfen müssten, wenn sie weh täten. Nein danke, da behalte ich doch lieber mein Bein - und lasse mir ein neues Knie einsetzen!

    Wenn ich mit meinem Knochentumor zu einem Familienstellen gegangen wäre, wie sähe es da mit der Verantwortung aus? Dann bin nur ich selber verantwortlich? Wie ist da die rechtliche Grundlage?

    Ich habe schon viele unverantwortliche Ärzte - und auch Heilpraktiker und dergleichen - getroffen. Genauso viele gute Ärzte/Alternativmediziner haben mich schon behandelt. In der kommenden Woche habe ich einen Kontrolltermin bei einem solch guten Arzt. Er will sich das Ergebnis seines chirurgischen Eingriffs vor einem Jahr anschauen. Ich bin schmerzfrei und froh, die Operation gewagt zu haben.

    Ich habe mich in die Obhut des Arztes begeben, weil ich ihm vertraute. Das musste ich. Bei einer Operation bin ich bewusstlos.

    'Meine' Heilpraktikerin werde ich auch wieder aufsuchen. Bald ist wieder Herbst, den möchte ich in diesem Jahr ohne Halsentzündung erleben. Sie hat mir da Verschiedenes vorgeschlagen, das ich gerne probieren will.

    Die Schulmedizin und alternative Heilmethoden müssen sich doch nicht ausschließen. Ich versuche das Bestmögliche für mich herauszuholen. Für mich gibt es da nicht ein Entweder oder.
    Und ich nehme nicht alles widerspruchslos hin, weil mir jemand sagt, dass es so ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 August 2014
    Walter und Bubble gefällt das.
  11. Bubble

    Bubble Well-Known Member

    Die schwarzen Schafe gibt es wohl auf "beiden" Seiten.

    Den Weg den du gehst, aus mehreren Gebieten den Nutzen zu ziehen, finde ich sehr sinnvoll!

    Von deinem Wesen her, scheinst du auch eine Kämpferin zu sein.
    Dieser Typ liegt mir selbst nicht. Dennoch ... das was mir passiert ist, bereue ich im Nachhinein nicht, da ich begonnen habe für mich die Verantwortung zu übernehmen. Natürlich sehe ich auch meine Grenzen, aber ich habe auch schon einige Dinge "geschafft", für die ich früher zum Arzt gerannt wäre. Manche durch Recherche, andere durch Zufall.

    Dies ist der Weg der zu mir passt und den ich aktuell gehen möchte. Inzwischen aus freien Stücken und nicht, weil mich jemand nicht behandeln wollte. Aber was für den einen gut ist, ist es für den anderen dadurch ja noch lange nicht :)
     
  12. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Ja, das Kämpfen liegt mir im Blut;), um beim Familienstellen zu bleiben.

    Ich habe wirklich schon viel erlebt. Ohne mich wieder hochzukämpfen wäre ich untergegangen. Auch ohne Tumor.

    Aber glaube mir, du wuerdest ähnlich handeln, wärst du in meiner Lage.
     
  13. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Muss es ja nicht - aber wenn sonst nichts hilft, kanns ja vielleicht als zusätzliche Möglichkeit in Erwägung gezogen werden - und wenns hilft, dann passts ja ;-)
     
  14. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Genau das - ich hatte bis zum 85. Geburtstag meines Vaters - sprich im November 2007 nicht mal ne Ahnung, dass es da mal ne Frau gegeben hatte - und was da los war - aber danach war einiges klarer - und vor allem, als er es mir erzählte, war mein erster Gedanke sofort - das ist der Sohn, dessen Leben ich mit.lebe und die Frau, deren Hass ich weiter trage.

    Es war für mich wie wenn sich Puzzleteile von selbst in einander verschieben würden - alles wurde logisch und nachvollziehbar - und ich konnte es auch einfach "auf.lösen", indem ich der Frau dankte, dass sie Platz gemacht hat, damit mir meine Eltern das Leben schenken konnten - wäre sie geblieben, wäre ich nicht ich - dieses Anerkennen ihres Schicksals hat meinen manchmal schon furchterregenden Hass auf meine Mutter einfach auf.ge.löst.

    Das Thema mit meinem Bruder hab ich dann erst im Sommer 2008 auf.ge.löst - indem ich ihn als eigenständige Person wahrnahm - als jemand, der für mich wichtig und wert.voll war und ist - er hat einen Platz in der Reihe meiner Brüder bekommen - er gehört dazu - ich brauch nicht mehr sein Leben mit.leben - ich bin seither frei, mein eigenes Leben zu leben.

    Es hat allerdings auch dazu geführt, dass mein Letzt.Ex nicht mehr mit mir klar kam - weil der war die Mami gewöhnt, die ihm sch..... trug - und auf einmal stand ihm ein Weib gegenüber, welches auf gleicher Augenhöhe behandelt werden wollte - das ging gar nicht - für ihn *lach* - und es war das Beste, was mir passieren konnte - seither bin ich frei - ich hab zwar oftmals ums Überleben gekämpft, aber ich weiß auch, dass die grossen Brocken auf.ge.löst sind ;-)

    Ich bin da ja etwas eigen, woran ich glaube - und woran auch nicht - ich für mich bin davon überzeugt, dass wir uns vor Beginn unserer aktuellen Inkarnation ein grosses Lebensthema aussuchen - und genau deshalb werden wir zu diesem bestimmten Zeitpunkt in diese spezielle Familie geboren - um unsere Lernerfahrung machen zu können - und eins ergibt das andere.

    Wir können uns jederzeit bewusst gegen irgendwas wehren - aber machen uns dadurch unser Leben selbst schwerer als es sein müsste. Ich liebe Rituale - welcher Art auch immer - manchmal tu ich räuchern - mach mal mach ich ein Feuerchen und verbrenn irgendwas - manchmal geh ich zu Familienaufstellungen - eigentlich ist es beliebig - in meiner Überzeugung - was man macht, um ein Problem zulösen - für mich ist wichtig, dass ichs löse.

    Und ich sehe diese Familiengeschichte auch als Teil dieser ganzen Einheit - jede Familie hat ihre Geschichte - und alle Familienmitglieder sind darin involviert - und wenn etwas totgeschwiegen wird, dann kommt jemand - in einer viel späteren Generation - und lässt die Thematik wieder aufleben - und macht sich oftmals das Leben selbst schwerer als es sein müsste.

    Drum liebe ich die Aufstellungsarbeit - weil sie viel von dem verbindet, was mir wichtig und wert.voll ist - es ist jedes Mal wieder eine Gemeinschaft - eine Gruppe, die sich zusammen findet, um sich gegenseitig zu unterstützen in der Heilung jeder und jedes Einzelnen - es war - und ist - dort, wo ich seit Jahren regelmässig dabei bin - wo der Aufstellungsleiter übrigens Psychotherapeut ist - noch jedes Mal eine voll emotionale und berührende Zeit.
     
    Bubble gefällt das.
  15. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Das beantwortet die Frage nach dem Warum nicht.

    Aber trotzdem danke, dass du überhaupt geschrieben hast. Von Druide kam ja leider aus dieser Richtung gar nichts.

    Euch allen einen schönen Tag hier!:)
     

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