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Einsamkeit, Selbsthass, Depression, Sucht.

Dieses Thema im Forum "Selbstvertrauen, Selbstwert, Selbstachtung" wurde erstellt von selfloathing, 24 Juni 2015.

  1. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    Alles klar... (y)
     
    Spätzin gefällt das.
  2. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Liebe Clara,
    Dein Gespür für Unwahrheiten ist außerordentllich gut !
     
  3. Das was du beschreibst kenne ich alles auch aus eigener Erfahrung , nur mit dem Unterschied das das Leben was du beschreibst bei mir 25 Jahre ging. Ich kenne das gesamte Spektrum des drogenkonsums ( Knast, Psychatrie,Heim,entgiftung und Therapie ). Ich kann dir zu einer Therapie nur sagen das das einzige was eine Therapie bringt ist der Abstand zu den Drogen aber mehr kannst du da nicht erwarten weil es kein Therapeut schafft, dass www in deinen vergangenen Jahren schiefgelaufen ist in 9 Monaten in Ordnung zu bringen. Vielleicht wirst du in der Zeit eine Alternative Sucht finden, Sport,Hobby,Selbsthilfe oder Arbeit. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen das das einzige was wirklich hilft von der Sucht wegzukommen ist die deinen inneren Druck, der dich immer wieder dazu ermutigt dich dicht zu machen, in den Griff zu bekommen. Das geht nur wenn du dich selbst mit dir und deinen inneren Fragen auseinandersetzt. Du solltest sie zuerst erkennen, dann lösen und dann mit deiner neu gewonnen Denkweise leben. Wenn du das geschafft hast , was Jahre dauern wird, dann wirst du keine suchtstoffe mehr brauchen weil du keinen Druck mehr verspürst. Wenn du noch fragen hast dann melde dich einfach! Viel Glück!
     
  4. New Chance

    New Chance Member

    Ich kenne es auch, was Du beschreibst. Nur, dass ich nicht so tief in die Drogenwelt reingestürtzt bin.
    Alles, was ich erlebt habe, ist vollkommen paradox. Es ist auch so, dass ich Eltern hatte, mit denen ich nicht reden konnte, aber die viel getan haben, um mir zu helfen. Nur hab ich es nicht sehen können damals. Ich dand ich wäre total einsam, aber da waren immer Freunde. Ich hab viele Therapien gemacht, aber ich bin nicht wirklich weiter gekommen. Mit einer erledigten Frage stellten sich viele neuen Fragen. Mit der Zeit wurde ich des Lebens müde, aber wenn ich es schiilderte, war es bunter als das von jedem anderen Menschen. Ich dachte auch, ich sei schüchtern. Hab das auch immer für wahr gehalten. Dennoch waren immer, seit ich 17 bin, eine Freundin da. Komisch!

    Wenn ich damals hier das geschreiben hätte, alle hätten mich für einen Faker gehalten. Ja, die gute Ausdrucksweise, das ist das nächste. In all den Jahren hab ich immer bewusst über alles reden können. Obwohl ich selbst fast von der Schule geflogen bin, weil ich so schlechte Noten hatte, konnte ich immer korrekt ausdrücken, war immer in Diskussionen vorne dabei. Aber ich fühlte mich dennoch als einen Niemand.
    Im Grunde war ich es auch. Nur dachte ich damals noch, das sei schlimm.
     
  5. New Chance

    New Chance Member

    Als ich mit 18 mal auf einer Studenten-Party war, hatte ich dort den absoluten Kick erlebt: ich konnte, obwohl ich selbst nur in einer Lehre war, mich hervorragend mit denen streiten, also im positiven Sinne. Mit meinen Kollegen in der Lehre konnte ich nichts anfangen, aber denen hier reichte ich das Wasser. Danach hab ich mir Freunde gesucht, die studiert waren, obwohl ich viel jünger war. Ich war einfach in diesen Dingen etwas frühreif, so dachte ich.

    Meine Eltern haben mir jeden Wunsch erfüllt, was Hobbies anging. Als ich im Fusball nicht mitkam und mir er Trainer sagte, ass er soe inen wie mich nicht in seiner Mannschaft wollte, begann ich Fusball zu hassen. Sport alsbald auch. Es dauerte nicht lange und ich musste zum Sonderturnen nachmittags, weil ich in Sport ein Null war und eine sechs bekam. Wenn ausgewählt werden sollte (Klasse in der Turnhalle), wurde ich nicht gewählt, sondern immer vom Lehrer als letztes verteilt. Ich führte das auf meine abstehenden Ohren zurück. Klar, dass mich keiner leiden konnte, dachte ich. Wenn ich mich im Spiegel ansah, mochte ich nicht, was ich sah.

    Ich hatte weiche Zähne, wie man mir sagte. Ich putzte, bis ich keinen Bock mehr hatte, denn sie waren wie eine Kokosnuss innen manchmal. Karies ohne Ende, Schmerzen ohne Ende. Ich begann natürlich einen Hass gegen Zahnärzte aufzubauen. Und gegen Zähne putzen. Dementsprechend war auch immer meine Laune.
    Hatte ich erwähnt, dass ich zehn Jahre lang ein Instrument lernte? Anfangs noch freiwillig, dann eher gedrängt. Nach 10 Jahren schmiss ich alles hin. Meine Eltern wollten diese Förderung, wie sie mich eigentlich immer gefördert hatten. Nur, eines haben sie mir nicht geben können: das Gefühl von Zuhause. Ich war immer auf der Flucht bzw auf der Suche nach meinem Zuhause. Ich fand in der Nachbarschaft ein Ehepaar, ie ich mir als Eltern aussuchte. Ihre Mutter war die beste Freundin meiner Mutter, daher ging das. Ich bin am Wochenende mit dem Paar, das damals noch keine Knder hatte, raus aufs Land zum Spazieren und danach in die Bäckerei, Kuchen holen usw. Es war sehr schön bei ihnen. Da fühlte ich mich geborgen und zuhause. Als sie dann Kinder bekamen, wurde ich überflüssiger, obwohl ich sie heute noch kenne.
     
  6. New Chance

    New Chance Member

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    Später erst, in den letzten Jahren eigentlich, entblätterte mir das Leben so allmählich all die Abgründe, unter denen ich damals gelitten habe.
    Mit ungefähr 10 oder 11 wurde ich das erste Mal vergewaltigt, ich weiß noch, wie er aussah und wie es geschah, aber das genaue Alter weiß ich nicht mehr. Mein Bruder war auch dabei und wurde missbraucht. Danach war vieles anders. Ich hatte niemanden, mit dem ich darüber sprechen konnte, meine Eltern schon gar nicht, denn durch meinen Vater konnte es geschehen. Ere verletzte seine Aufsichtspflicht.

    Aber es ging noch weiter zurück. Kurz nach meiner Geburt konnte meine Mutter mir nicht das Bonding geben, was bei Babys üblich ist. Ich hab da immer so ein Erlebnis geträumt. Es war wie real. Als ich es meinen Eltern erzählte, sagte sie, ich könne mich da nicht dran erinnern. Ich wär da noch zu klein gewesen. Da? Ja, bei der OP im Babyalter, wo meine Mutter in der Nacht nicht bei mir sein konnte, es gab noch keine Mutter Kind Zimmer. Ich wusste es also die ganze Zeit über?

    Mit 42 erfuhr ich, dass ich hochbegabt bin. Mein Sohn brachte sich mit 4 Jahren selber Lesen und Schreiben bei. las den anderen im Kindergarten vor usw. Meine Freundin fragte mich damals, woher er es den hätte. Ich nannte sofort meinen Vater. Aber, sagte sie, wie kommt es denn zu ihm? Darauf wusste ich keine Antwort. Es stürtzte mich in tiefe Selbstzweifel. Vor drei Jahren dann erfuhr ich, dass ich Linkshänder bin, umprogrammiert. Also meine Gehirnhälften vertauscht. Na ja, nichts schlimmes, dachte ich.
     
  7. New Chance

    New Chance Member

    Als ich mit der Aufarbeitung meines Lebens begann, stellte ich fest, dass meine Einsamkeit reine Kopfsache war. So einsam, wie ich mich immer fühlte. Es war reine Einbildung. Als ich mir einen Kalender schnappte und mal richtig all die Jahre durch ging, kam ich auf drei Tage. Drei Tage war wirklich niemand für mich da. Ansonsten war immer jemand da. Warum dann dieses starke Gefühl von EInsamkeit? Und Verlassenheit? Ich hörte damals auf, mir selbst zu vertrauen. Alles, was ich empfand, war gestört. Auch hatte ich immer eine Freundin, obwohl ich über mich selbst dachte, ich sei unfähig, eine Beziehung zu haben. Wiesoo das alles? Ich habe bis heute darauf keine Antwort.

    Ich war damals in der "Erwachsene Kinder von suchtkranken Eltern" Szene. Nur, dass ich bei meinen Eltern keine Sucht ausmachen konnte. Man ließ mich dennoch teilnehmen, weil man sagte, dass siich die Sucht der Eltern schon zeigen würde. Heute weiß ich, dass sie sich die beste Mühe mit mir gegeben haben, es nicht besser wussten oder konnten, aber immer fast alles gegeben hatten. Meine Muter hatte den Komplex, nicht genug zu sein. Insofern erzog sie mich zum Verlierer. Sie wollte einerseits, dass ich stark und groß und gut in der Schule war. Andererseits durfte ich aber nicht über sie hinauswachsen. Das verkraftete sie nicht. Sie machte all meine Hausaufgaben, das heißt, sie büffelte mit mir ohne Ende, half mir bei fast allem, jeden Tag. Später, in der Ausbildung, verwaltete sie meine Ersparnisse, weil ich das ja nicht konnte. Schloss Verträge für mich ab usw. Ich kann bis heute nicht mir Geld umgehen, bin auch nicht in der Lage, mich selbst über Wasser zu halten. Ich hab furchtbare Angst vor Bewerbungen und mache lieber alles umsonst als Geld dafür zu nehmen.

    Ich führe eins der angenehmsten Leben, das sich meine Freunde vorstellen können! Ich gehe zu Therapeuten, wann und wo es mir passt. Ich arbeite nicht. Obwohl cih gern Projekte mache, wie zB große Veranstaltungen für Orchester zu einem bestimmten Motto. Aber das ist keine Arbeit, das ist Hoobby. Ich mache sowas ehrenamtlich, stürze mich da voll rein. Ich spüre mich. Wenn ich dem Arbeitsamt davon erzähle, machen die gleich was draus, was mir den Hals zuschnürt. Und Tschüss!

    Damit ich meine Gefühle wieder einsortiert bekommen konnte, habe ich mir eine theoretische Liste gemacht. Abstufungen auswendig gelernt, wie sich was anfühlt, um wieder Wut zu erleben, ohne auszurasten. All die Zwischenstufen hatte ich nicht. Durch die Tabelle konnte ich mir das wieder zurückholen, ohne auszuflippen. Auf einmal konnte ich schwache Wut leben. Ich kann es nicht püren, aber an den Umständen ablesen, dass es eigentlich jetzt da sein müsste. Als ich Höhenangst kennen lernen wollte, war ich anfangs gebremst, da mir kein Haus zu hoch war, um das zu erleben. Erst in 3.000 Meter Höhe hatte ich dieses irre Gefühl, dass ich mein Leben verlieren könnte: Bei der Segelflugausbildung! Und das nur, um ein Gefühl wieder zurückzuholen - was für ein Luxus!
    Nach dem Erleben der Höhenangst war die Fliegerei für mich gestorben. Mir ging es nur um das Gefühl.
     
  8. New Chance

    New Chance Member

    Derzeit ist es so, dass ich die meiste Zeit alleine am PC verbringe, mit Normalos keine Zeit mehr verbringen mag, weil sie mir alle zu langweilig sind. Wegdröhnen auf Parties war lange Jahre mein einziges Erlebnis. Tanzparties waren meine Heimat geworden, natürlich als Perfektionist tanzt man nach kurzer Zeit in der Profiiliga. Einsam ist es da oben. Aber dennoch war ich abgelenkt.

    Irgendwann erkannte ich, dass Ablenkung mich fast gänzlich inne hatte. Alles um mich herum war Ablenkung. Doch wovor? Es war die Ablenkung vor der inneren Leere, der inneren Finsternis, die ich schon in der Kindheit nicht ertragen konnte. Arbeiten gehen ist auch reine Ablenkung. Wovor? Tja, vor der Selbstwerdung! Weil meine Arbeit, die ich mir suchte, ja immer minderwertig war und mich nicht im Geringsten forderte. Die Sachen, die mich fordern, sind zu groß für mich, also bekomme ich da keinen Unternehmer dazu bewegt, mich einzustellen. Denke ich mir aber nur!
    Nach aussen trete ich auf wie ein Profi. Alles Schein! Aber es funktioniert. Ich bekomme, obwohl ich weit über 50 bin, immer noch Vorstellungsgespräche, wenn ich mich mal bewerbe. Keine Ahnung wieso. Da zeigt sich dann meistens, dass ich mehr bin als erwartet. Überqualifiziert. Meine zwei abgeschlossenen Ausbildungen, mein Abendgymnasium, Studium usw. Alles für die Katz!
    Alles Ablenkung! Wovon nur? Vor was?

    Ich kann den TE voll verstehen. Er ist aus gutem Hause und bekommt jegliche Zuwendung, die er braucht. Aber... er fängt nichts damit an, weil es irgendwie nicht in ihm ankommt. Es baut auf nichts auf. Wir haben keine Basis, auf die all das aufbauen kann, kein Fundament. Oder wir haben eins, aber dann ist es anders als das der anderen und die anderen reden uns ein, wir hätten keins. Und wir glauben das dann.

    Wenn wir erkennen, dass wir im Grunde nicht wirklich süchtig sind, sondern uns nur ablenken, kommen wir von jeder Sucht sofort weg. Oder wir sind in der Lage, mal eben einen Entzug durchzuziehen. Nur, wir wollen das nicht, weil wir uns ablenken wollen. Wir ertragen die Leere nicht. Die Leere ist unser Fundament. Das wird uns kein Therapeut bestätigen. Sie alle wollen, dass wir eine Baiss haben und diese Basis dann unser Fundament ist.
     
  9. New Chance

    New Chance Member

    Und diese Basis sei das Gefühl von Zuhause. Dieses Gefühl hatte ich nie!
    Ich hab heute ein Gefühl von Zuhause in mir. Das ist aber was anderes als ein Ort im Außen. Seit ich das Gefühl in mir drin habe, bin ich nicht mehr auf der Flucht. Ich bin auch nicht mehr auf der Suche nach diesem Zuause. Ich dachte ja immer, es sei bei einer Frau zu finden, wie sinnlos das doch war. Diese Frauen waren auch auf der Suche nach Gebprgenheit und so wollten zwei Leere sich gegenseitig die Fülle geben? Wie krank war as denn?
    Wenn ich sie liebte und sie mich liebte, dann fühlte ich mich geliebt und sie sich auch. Dann konnten wir glückich sein. Wie krank!
    Natürlich war Selbstliebe verpönt. Und immer, wenn ich anfing, mich ein wenig mehr selber zu lieben, kam die Eifersucht der Partnerin dazwischen. Und weil ich sie liebte, ließ ich es sein. Gab mich wieder auf, weil es ja so üblich war. Meine Mutter war mir da das beste Vorbild. Sie tat alles für meinen Vater, den sie ja so sehr liebte. Sie gab sich für ihn auf. Als der ihre Unselbständigkeit kritisierte, war sie hilflos. Sie hatte doch alles für in hergegeben, wieso wollte er das nicht? Also wurde sie zum Hausmütterchen, zur Haushaltshilfe, zur Mutter usw. Mein Vater, der große Gönner und Lebensmann und dazu die passende Haushälterin, die er nicht bezahlen musste. Ausser ab und an mal ein Parfum.

    Ich merke immer wieder, dass ich nicht in dieses System passe.
    Derzeit verbringe ich die meiste Zeit bei meinem Sohn, warte darauf, dass er aus dem Kindergarten kommt und dann spielen wir. Er lebt im Jetzt und das gefällt mir. Zwischendrin, wenn ich es nicht mehr aushalte, schnappe ich mir den Wagen und fahre "in Urlaub" zu meinem Vater, den ich sehr liebe und schätze. Früher machte ich ihm den Bespaßer, nachdem meine Mutter verstarb und er des Lebens müde war. Wir waren ein gutes Team und abends lenkte ich mich ab mit Parties.
    Seit ich das Zuhause in mir drin gefunden hab, geht das mit den Parties nicht mehr, da ich Ablenkung verabscheue. Auch kann ich mit den Suchenden nichts mehr anfangen. Sie wollen mich in die Sucht zurückziehen, merke ich. Und ich will nicht mehr! Lieber bleib ich allein!
     

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